Erkelenz - Mineralienbörse: Haifischzähne aus der Wüste

Mineralienbörse: Haifischzähne aus der Wüste

Von: hewi
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Recht gute Resonanz verzeichneten die Veranstalter der Mineralienbörse in der Aula des Cusanus-Gymnasiums. Hier erklärt Aussteller Gerd Cleve (Mitte) Besuchern einige seiner ausgestellten Exponate. Foto: Sommer

Erkelenz. Die 40. Mineralienbörse des Arbeitskreises Mineralien und Fossilien im Heimatverein der Erkelenzer Lande lockte wieder Sammler aus der gesamten Region an. Diesmal zog es sie jedoch nicht wie gewohnt in die Stadthalle, sondern in die Aula des Cusanus‘, wohin die Börse nach Terminschwierigkeiten umziehen musste.

Das war durchaus kein Manko, wie der Börsenleiter Thomas Noll betonte. Vielmehr habe er von den Ausstellern schon viel Lob über die familiäre Atmosphäre gehört, die in der Aula herrschte. So überlege man nun, ob man mit den zukünftigen Börsen nicht ganz ins Cusanus umziehen solle.

Rund 40 Aussteller zeigten auf knapp 150 Regalmetern alles, was der Fossilien- und Mineralienfreund sehen will. Neben seltenen Kristallen und Mineralien aus aller Welt gehören dazu auch versteinerte Zeugnisse der Urzeit, wie zum Beispiel Haifischzähne. Diese waren nicht etwa, wie man vermuten würde, in der Küstenregion gefunden worden, sondern in der Wüste Marokkos. Andere Funde hatten teilweise weite Wege um die halbe Welt hinter sich gebracht, bevor sie in Erkelenz auf den Tischen auf ihre Bewunderer warteten. Diese strömten in Scharen ins Cusanus, denn die Erkelenzer Börse genießt einen guten Ruf. „Einige Aussteller kommen schon tags zuvor, treffen sich zum Plaudern und verbringen einen gemütlichen Abend in Erkelenz“, erklärte Noll. Man kennt sich in der Szene und weiß, was man voneinander zu erwarten hat. Denn immer wieder treffen sich die Mineralienfreunde zu gemeinsamen Exkursionen, um nach ihren Schätzen zu graben.

Dies werde in Deutschland immer schwieriger, wie Franz Janke von den Hückelhovener Mineralien- und Bergbaufreuden zu berichten wusste. Viele interessante Gelände dürften nicht mehr betreten werden, weil den Schatzsuchern dort Gefahr, etwa durch Steinschlag drohe. Trotzdem habe jeder seine bevorzugten Orte und Gegenden, in denen er graben und Steine klopfen kann. Wer wirklich ausgefallene Funde machen will, sollte sich auf weite Reisen einstellen. Madagaskar, Australien oder Südamerika gehören zu den Regionen, in denen man noch gute Funde machen kann.

Das Angebot reichte von den Mineralien und Fossilien, für die man schon tiefer in die Tasche greifen musste, bis hin zu Modeschmuck aus Halbedelsteinen, Speckstein und kleinen „Schatztruhen“ für drei Euro, mit denen man sich einen Grundstock zulegen konnte, wenn das Thema interessiert. Viele der Exponate erschlossen sich dem Betrachter erst unter Zuhilfenahme eines Mikroskops, denn die sogenannten „Micromounter“ interessieren sich für die kleinsten Mineralienfunde, die mit dem bloßen Auge kaum sichtbar sind.

„Das Schöne daran ist das Schöne darin.“ Mit diesem alten Werbeslogan beschreibt Börsenleiter Noll die Faszination an den Mineralien, die oftmals in Gestein eingeschlossen auf ihre Entdeckung warten. „Es ist einfach faszinierend, was die Natur alles zustande bringt.“ Ihn selbst habe das Thema schon als Kind gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen, betonte der 56-jährige Architekt, der seit 20 Jahren die Börsen in Erkelenz organisiert. Und so sah man in der Aula einige ganz junge und viele nicht mehr ganz so junge Besucher. Denn leider nimmt die frühe Begeisterung auch schnell wieder ab.

Wer jedoch dabei bleibt, der ist mit Leib und Seele dabei. „In unserem Arbeitskreis sind kaum junge Leute unter den Mitgliedern“, beschrieb Noll. Sie kommen teilweise aus Düsseldorf, Köln oder sogar den Niederlanden, denn der Erkelenzer Arbeitskreis ist durchaus aktiv. Dreimal im Monat trifft man sich donnerstags um 18 Uhr im Vereinsraum am Franziskanerplatz. Einmal im Monat gibt es auch Vorträge zum Thema, die gut besucht werden. Informationen erteilt der Vorsitzende des Arbeitskreises, Manfred Hermes, unter Telefon02431 / 3194.

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