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Mehr Laien sollen Beerdigungen leiten

Von: Annika Thee
Letzte Aktualisierung:
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Pfarrer Werner Rombach und Gemeindereferentin Irmgard Zielenbach mit ihren Arbeitsmaterialien. Foto: at

Erkelenz. „Trauerbegleitung und Beerdigungen sind zwei der wichtigsten Dienste, die die kirchliche Gemeinde überhaupt leistet“, sagt Pfarrer und GdG-Leiter Werner Rombach. Daher sei es wichtig, dass sich die Menschen, die das leisten, genügend Zeit nehmen für die Trauerbegleitung der Angehörigen nach dem Tod eines geliebten Menschen. Zumindest bis zum Tag der Beerdigung des Gestorbenen.

„Wir möchten einen würdigen Rahmen für die Bestattung mit den Angehörigen entwickeln“, fügt Rombach hinzu. Dafür fehle aber oft die Zeit. Für dieses Kapazitätsproblem haben er und die Gemeindereferentin Irmgard Zielenbach nun eine Lösung erarbeitet. „Wir haben sozusagen tief in die Klamottenkiste gegriffen“, sagt Rombach und meint damit die Rückbesinnung auf gängige Praktiken aus dem 17. Jahrhundert.

„Damals war es selbstverständlich, dass die Beisetzung und Trauerbewältigung von der Nachbarschaft übernommen wurde, nicht von einem Priester“, erklärt er. Die Nachbarschaft kümmerte sich um die Totenwache, Rosenkranzandachten und Stundengebete. „Erst als es zu einer wahrhaftigen Priesterschwämme kam, übernahmen diese Priester Aufgaben, die früher von Laien ausgeführt wurden“, erklärt der Pfarrer die Entwicklung. Fortan leiteten fast nur noch Priester die Beerdigungen. Heute sehe das ganz anders aus. Es herrsche ein Priestermangel, sagt Rombach. „Wir können kaum noch allen gerecht werden. Auch nicht bei den Beerdigungen.“

Aufgrund der historischen Entwicklung sind viele Menschen der Ansicht, dass Beerdigungen ohne Priester nicht möglich seien, sagt Irmgard Zielenbach. Dabei sei die Beerdigung kein Sakrament, was aber die meisten Angehörigen gar nicht wüssten. Die Gemeindereferentin ist eine von drei hauptamtlichen Laien, die in Erkelenz den Beerdigungsdienst leisten. Lediglich die Eucharistiefeier kann nur ein Priester übernehmen.

Jetzt hat sich die Pfarrei Erkelenz dazu entschlossen, in Rückbesinnung auf die alte Tradition, ehrenamtliche Laien dazu auszubilden, Beerdigungsdienste zu leisten. Dazu gebe es die Möglichkeit, dass die Messe ein Priester, aber die Predigt, Aussiedlung und Beisetzung ein Laie vornimmt. Auf diese Weise hoffen Rombach und Zielenbach garantieren zu können, „dass die Trauerarbeit würdig bleibt“ und man sich ausreichend Zeit für die Trauernden und die Beerdigung nehmen kann.

Im besten Fall sollen die Ehrenamtler die Trauernden auf Wunsch auch nach der Beerdigung weiter betreuen. Die Ausbildung der ehrenamtlichen Laien ist für zwölf Monate angesetzt. An acht bis neun Terminen sollen die Teilnehmer zunächst theoretische Grundlagen lernen und praktische Übungen zu den Themen Einführung in die Trauerbegleitung und Gespräch mit den Trauernden, theologische Grundlagen und kirchliche Begräbnispraxis machen.

Große Flexibilität

Die Kursleiter wollen bei der Kursgestaltung auch auf Wünsche und Ängste der Teilnehmer reagieren. Die Termine für diese theoretischen Sitzungen werden mit den Teilnehmern im Vorfeld abgestimmt, sie werden überwiegend abends und samstags stattfinden. „Im ersten Quartal des nächsten Jahres beginnt dann die Einstiegsphase und die Hospitation der Teilnehmer bei den Begräbnisdiensten. „Am Ende der Ausbildung können sich die Teilnehmer dann überlegen, ob sie Beerdigungsdienste leisten möchten oder nicht“, sagt Zielenbach. Schließlich würden die Kurse dazu ermutigen, sich intensiv mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Einigen Menschen falle dies sicher schwer, sagt sie.

Nach absolvierter Ausbildung erhalten die Laien vom Bistum die Beauftragung zum Begräbnisdienst, nachdem der GdG-Rat mit dem Pfarrer die Zustimmung dazu gegeben hat. Jeder Freiwillige könne dann angeben, wie häufig er zu Diensten eingeteilt werden möchte, sagt Rombach. Selbstverständlich würden die Ehrenamtler während der Ausbildung und auch im Anschluss weiter von Pfarrer Rombach und der Gemeindereferentin Zielenbach betreut. „Unser Ziel ist es, die Leute so optimal wie eben möglich für ihre Tätigkeit zu rüsten“, sagt Rombach.

Neu ist die Idee im Bistum nicht. Bereits seit zehn Jahren werden ähnliche Fortbildungen flächendeckend angeboten. Ein erster Anlauf fand vor vier Jahren in Erkelenz statt, der wegen einer Umstrukturierung nicht beendet werden konnte. Einige der damaligen Teilnehmer werden auch an der jetzt angebotenen Fortbildung beteiligt sein. Bisher gebe es fünf bis sechs Interessenten. „Jeder, der sich vorstellen kann, Trauerbegleitung zu leisten, ist zum Infogespräch willkommen“, sagt Irmgard Zielenbach.

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