Hückelhoven - Medium Film bringt Jugend zusammen

Medium Film bringt Jugend zusammen

Von: Helmut Wichlatz
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Filmvergnügen in Hückelhoven: Gemütlich machten es sich die jungen Zuschauer für die Spätvorstellung. Foto: Wichlatz
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Die niederländischen Gäste setzten beim Festival in puncto Unterkunft auf Oldschool-Feeling und schlugen in der Turnhalle ihr Nachtlager auf. Foto: Wichlatz
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Gisela Münzenberg-Wiers und ihr Team hatten das Festival erneut prima organisiert. Foto: Wichlatz

Hückelhoven. „Jullie zijn van harte welkom“ und „Vous êtes les bienvenus“ hieß es von Freitag bis Sonntag wieder in der Aula beim Jugendfilmfestival. Es war schon die mittlerweile 43. Auflage des Festivalklassikers, der Jugendliche aus den drei Nachbarländern Belgien, Niederlande und Deutschland über das Medium Film zusammenbringen soll.

Ins Leben gerufen wurde es vom inzwischen verstorbenen Reiner Keller. Seit 1972 findet das Festival in Hückelhoven statt. Seit den Gründerjahren ist auch Gisela Münzenberg-Wiers dabei. Zuerst als Besucherin, die mit ihren Mitschülern in einer der Turnhallen der Stadt zwischen den Filmen übernachtete. Heute als Organisatorin und Kopf des Teams, welches das Festival jedes Jahr erneut auf die Beine stellt. Dafür werden im Vorfeld die aktuellen Filmproduktionen unter die Lupe genommen und eine Auswahl getroffen. Die reicht von ambitionierten Kurzfilmarbeiten junger Nachwuchsregisseure bis hin zu Kassenschlagern wie „Fack ju Göthe“, der in Deutschland zu den erfolgreichsten Filmen der vergangenen Jahre gezählt wird. Die Filme werden in ihrer jeweiligen Originalsprache und mit englischen Untertiteln gezeigt. Der Spannung und der Lust am Film tut dies keinen Abbruch.

Eher hinderlich ist das veränderte Anspruchsdenken der Jugendlichen, meint Münzenberg-Wiers. War es früher normal, dass man zusammen in einer Turnhalle schlief, werden heute Unterkünfte angemietet, da der Anspruch deutlich höher liege. Auch das Wochenende habe einen neuen Stellenwert bekommen. „Es stellt die oftmals einzig verbleibende private Zeit dar“, betonte die Aachenerin beim Gespräch am Rande des Festivals. Trotzdem hatten mehr als 200 Jugendliche den Weg nach Hückelhoven gefunden. Weniger als in den Vorjahren, aber immerhin noch eine stattliche Zahl. Erfreulich sei aber, dass diesmal eine Gruppe aus Hamburg angereist war, um am dreitägigen Festival in der ehemaligen Zechenstadt teilzunehmen.

Technisch sind die Hückelhovener Filmtage mittlerweile den Weg der Anpassung gegangen. Der alte Filmprojektor, den die Festivalgründer vor über 40 Jahren in einem Münsteraner Kino gekauft hatten, hat ausgedient. „Heute kann man nicht mehr auf 35 Millimeter bestehen“, erklärt Münzenberg-Wiers. „Die meisten neuen Filme gibt es aus Kostengründen nur noch auf DVD.“ Der alte Projektor wird aber sicherlich noch einmal zum Einsatz kommen, wenn das Thema „Retro“ heißt, ist sie sich sicher.

Eine Gruppe aus den Niederlanden ging das dreitägige Festival ganz „oldschool“ an und hatte sich für die Turnhalle des Gymnasiums als Quartier entschieden. In Schlafsäcken und auf Turnmatten kam so dann doch ein bisschen Festival-Feeling auf. Vor allem, wenn man mit Kissen und Schlafsäcken bewaffnet in der riesigen Aula zum Spätfilm zusammenkommt. Dann ist es egal, ob der Film vom antiquierten Projektor oder aus dem DVD-Player kommt. Auf der riesigen Leinwand zählen dann nur das Werk des Regisseurs, die Arbeit des Kameramanns und die Leistungen der Schauspieler. Von denen waren am Sonntag gemäß der alten Festivaltradition einige anwesend, um sich den Fragen des jungen Publikums zu stellen.

Die Hückelhovener Filmtage wird es auch im nächsten Jahr wieder geben. Und selbst wenn irgendwann die Filme vom klitzekleinen Datenstick kommen, wird das Filmfestival nichts an Attraktivität einbüßen.

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