Marientracht: Pilger machen sich auf nach Ophoven

Von: mb
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In andächtiger Stimmung huldigten die Katholiken der heiligen Maria, Mutter Gottes. Foto: Monika Baltes

Wassenberg-Ophoven. Das weiche Licht der Abendsonne ließ sie noch kostbarer erscheinen, die „Liebenswürdige Mutter“ von Ophoven. Das Gnadenbild gehört zu den ältesten Mariendarstellungen im Kreis Heinsberg und stammt aus der Zeit um 1350.

Die vielen Pilger, die sich in Ophoven zur Marientracht versammelt hatten, waren aber sicher nicht zu einem Kunstwerk gekommen, sondern zur Gottesmutter, um Schutz und Hilfe zu erbitten. Die wundertätige Wirkung der Gottesmutter von Ophoven war schon im 14. Jahrhundert berühmt. Mächtige Fürsten und Herrscher zogen mit Tross und Mannen an die Rur, um ihre Anliegen der „liebenswürdigen Mutter“ zu empfehlen.

Einmal im Jahr, zur Marientracht, verlässt das Gnadenbild die Kirche, um auf den Schultern der Träger feierlich durch den Ort getragen zu werden. „Und dazu müssen zuerst einmal vier gleich große Männer gefunden werden“, schmunzelte Pfarrer Thomas Wieners und stellte zufrieden fest: „In diesem Jahr haben sie Gardemaß, 1,80 Meter Schulterhöhe.“

Marientracht und der anschließende Gottesdienst bildeten den Schlussakzent der Oktav in Ophoven. „In zwei Messen täglich sind acht Tage lang verschiedene Zielgruppen angesprochen worden“, erklärte Pfarrer Wieners, „darunter Frauengemeinschaften, Bruderschaften, Seniorenheime, Jugendliche, Schulen, Messdiener, Ehrenamtliche oder auch Paare, die ein Kind erwarten.“ Es sei eine neue Form der Wallfahrtswoche gewesen, die es bisher so nicht gegeben habe.

Über gute Resonanz freute sich der Pfarrer und „über das gute Wetter – eine ganze Woche lang!“ Auch zum Abschluss strahlte die Sonne über die in gemächlichem Prozessionsschritt durch die Straßen ziehenden Pilger, die dem Gnadenbild folgten.

Im Pfarrgarten versammelten sich die Pilger anschließend zur Heiligen Messe, bei der die Madonna ihren Platz neben dem Altar fand. Das Magnifikat, der Lobgesang Mariens, lieferte nicht nur die Leitgedanken für die einzelnen Wallfahrtstage, sondern war auch Mittelpunkt der Predigt des Steyler Paters Manfred Krause beim Abschlussgottesdienst. Maria preist Gott als den, der sich den Geringen, Machtlosen und Hungernden zuwendet, um sie aufzurichten, die Mächtigen, Reichen und Hochmütigen dagegen vom Thron stürzt. „Dieses Lied ist kein Wiegenlied, es ist gesellschaftlicher und politischer Sprengstoff.“

In Südamerika gilt das Magnifikat als „Lied der Befreiung“. Papst Franziskus nenne das Magnifikat „Lied der Hoffnung – der Gesang, der die Erde mit dem Himmel und die Geschichte mit der Ewigkeit verbindet“.

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