Hückelhoven - Margie Kinsky und Bill Mockridge geben Einblick in 34 Jahre Ehe

Margie Kinsky und Bill Mockridge geben Einblick in 34 Jahre Ehe

Von: Sebastian Riechel
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„Hurra, wir lieben noch“: Die Schwierigkeiten ihrer Ehe stellten Bill Mockridge und seine Frau Margie Kinsky dem Publikum in Hückelhoven vor. Foto: Sebastian Riechel

Hückelhoven. Er: ein Mann, kanadisch, praktisch, gut. Sie: ein Feuerwerk der guten Laune. So stellen sich die beiden Künstler Margie Kinsky und Bill Mockridge gegenseitig vor. Mit ihrem neuen Programm „Hurra, wir lieben noch“ waren sie in Hückelhoven zu Gast. Sie sollten bei ihrer gegenseitigen Vorstellung nicht zu viel versprochen haben.

Die beiden Künstler sind seit 34 Jahren verheiratet. Bill Mockridge ist Gründer der „Springmaus“, des bekannten Theaters in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Zudem spielte er in der beliebten Fernsehserie „Lindenstraße“ die Figur Erich Schiller. Seine Frau Margie ist ebenfalls Kabarettistin und war lange Jahre Mitglied im Ensemble der Springmaus. Anfang des Jahres starteten sie ihr neues Programm, bei dem sie erstmals gemeinsam auf der Bühne stehen, eine Premiere also.

Den Bill auf links gedreht

„Ich erkläre den Zuschauern erstmal, wie ich Bill am Anfang unserer Ehe auf links gedreht habe“, freute sich Margie Kinsky. „Gemeinsam wollen wir einen Einblick in unser Leben und vielleicht auch den ein oder anderen Tipp geben“, fügte Bill Mockridge hinzu.

So startete die Stand-up-Comedy auch mit einer Reise in die frisch verliebte Phase der beiden.

Erstes Highlight war die Hochzeitsreise nach Kanada, die Heimat ihres Holzfällers, wie Margie ihn nennt. Während sich der Holzfäller alias Bill Mockridge pudelwohl fühlte, war es für seine Frau der reinste Alptraum. „Im Zelt in der Wildnis, mit einem Kanu unterwegs – und dann diese Mücken“, so beschrieb Margie ihren persönlichen Horrortrip. „Ich glaube, die Viecher wollten endlich mal wieder italienisch essen“, fügte sie hinzu. Eine kleine Anspielung auf ihre italienische Herkunft.

Das Publikum war schon nach wenigen Minuten vollends begeistert. Die Kombination aus dem „Ruhepol Holzfäller“ und der aufbrausenden Margie Kinsky, die ab und an von ihrem rheinischen Dialekt ins Italienische wechselte, war einzigartig. Nur zu gut konnten die Männer im Publikum die Leiden von Bill Mockridge mitempfinden, nachdem der erste überschwängliche Liebesanfall erstmal vorbei war. Als seine Frau bei ihm einzogen sei, habe er seine Wohnung nicht wiedererkannt. „Kissen, überall Kissen und Duftkerzen. Und mein Marylin-Monroe-Poster wurde durch vier nackte Babys an der Wand ersetzt.“ Alles in allem könne man die Ehe mit dem Schachspiel vergleichen, die Dame darf alles, der König immer nur ein Feld weitergehen.

Unter großem Applaus der männlichen Zunft konnte das Margie Kinsky natürlich nicht auf sich sitzen lassen. „Wisst ihr Männer eigentlich, warum es eine Eva im Paradies gab?“, fragte sie in die Runde und gab gleich die Antwort. „Weil es der Adam nicht auf die Kette bekommen hat, so sieht es aus.“ Und deshalb hieße es auch ParaDIES und nicht ParaDERS. Das Gleichgewicht war wiederhergestellt.

Ein Tipp für die Zeit mit Kindern durfte natürlich auch nicht fehlen. Denn schließlich haben die beiden sechs Jungs in die Welt gesetzt. Für ein Kind müsse es einen Beipackzettel geben, auf was man sich alles gefasst machen müsse. Basteln, Rohkostwoche in der Schule oder eine Abstinenz vom Feiern auswärts für mindestens die nächsten 18 Jahre.

Trotz aller Widrigkeiten einer Ehe von nunmehr 34 Jahren, die das Publikum hautnah erfahren durfte, blieb den beiden am Ende doch nur ein Resümee. „Geht nicht so schnell auseinander, schmeißt etwas Wertvolles nicht so leicht weg. Und: Am Ende wird alles gut!“

 

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