Heinsberg - Lebenshilfe wird Ende Juni ihre Wäscherei schließen

Lebenshilfe wird Ende Juni ihre Wäscherei schließen

Von: disch
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Heinsberg. Die Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe wird Ende Juni ihre Wäscherei in Heinsberg an der Borsig­straße schließen. Dies bestätigte am Montag Lebenshilfe-Geschäftsführer Edgar Johnen auf Nachfrage.

Die betroffenen 23 Mitarbeiter mit Behinderung, ihre Angehörigen und die gesetzlichen Betreuer seien ebenso wie die sechs Angestellten persönlich informiert worden. Sie alle sollen laut Johnen Arbeitsplätze in anderen Bereichen der Lebenshilfe erhalten. Bei der Lebenshilfe Heinsberg sind insgesamt 1100 Menschen mit Behinderung und 300 Angestellte tätig.

„Unsere Hauptaufgabe als Werkstatt ist es, den bei uns beschäftigten Menschen mit Behinderung einen ihren Fähigkeiten angemessenen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen“, erklärten Wolfgang Voßen, Leiter Pädagogik, und Dirk Voß, Leiter Arbeit und Technik, in einem Brief an die Kunden der Wäscherei. Die Kunden hätten entscheidend zur Bewältigung dieser Aufgabe beigetragen.

Doch den Entwicklungen des Älterwerdens der Mitarbeiter mit Behinderung, dem stetig wachsenden Bedarf an individueller Arbeitsplatzgestaltung, den steigenden Energiekosten sowie den erforderlich gewordenen technischen Weiterentwicklungen habe sich die Lebenshilfe nicht entziehen können.

„Diesen Entwicklungen zu begegnen, hätte erhebliche Investitionen in Personal und Technik erfordert. Angesichts weiterer Herausforderungen in anderen Bereichen galt es zu prüfen, wo die Arbeitsplätze so gestaltet werden können, dass sie dem veränderten Bedarf der Menschen mit Behinderung und den wirtschaftlichen Bedingungen am besten entsprechen.“

Diese kritische Prüfung habe zu dem Ergebnis geführt, so Voßen und Voß weiter, „dass wir uns im Interesse der Mitarbeiter mit Behinderung verstärkt in anderen Bereichen zukunftsfähig weiterentwickeln“. Alle Mitarbeiter würden in anderen Arbeitsbereichen sichere Arbeitsplätze erhalten, die je nach persönlichen Interessen und Fähigkeiten ausgestaltet würden.

Nach Angaben von Johnen wird dabei an verschiedene Bereiche gedacht, insbesondere aber an Küche und Cafés der Lebenshilfe. Die Küche in Oberbruch solle erneuert und erweitert werden; ein Neubau sei in Planung. Und mit dem geplanten Museumscafé in Heinsberg werde das vierte Lebenshilfe-Café entstehen.

Die Entscheidung zur Schließung der Wäscherei habe bei den dort tätigen Kräften natürlich Enttäuschung hervorgerufen, berichtete Johnen, würden sie doch ihren angestammten Arbeitsplatz verlieren. Es werde wohl auch viel Zeit brauchen, ehe sie das neue Tätigkeitsfeld zu schätzen wüssten. Auch von Kundenseite sei angesichts der guten Arbeit, die in der Wäscherei geleistet worden sei, bereits Bedauern geäußert worden.

Doch zu diesem jetzt beschlossenen und verkündeten Schritt der Schließung habe es – wie auch vor ungefähr zehn Jahren bei der Druckerei – keine Alternative gegeben, sagte Johnen.

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