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Landschaftsplan: Stadt Wassenberg lehnt Naturschutzgebiete ab

Von: Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
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Nachgereicht werden soll nach der nächsten Ratssitzung eine Stellungnahme der Stadt zur Nutzung der Rur in Ophoven und Effeld. Die wird derzeit touristisch genutzt, beispielsweise von Rafting- und Kanuvermietungen. Foto: Gottfroh

Wassenberg. „Das Entwicklungspotenzial der Stadt soll nicht grün überplant werden“, betonte Stadtkämmerer Willibert Darius im Namen der Verwaltung beim Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Wassenberg. Ein Gedanke, den viele Ausschussmitglieder teilten.

So wurde der Stellungnahme der Stadt Wassenberg zum Vorentwurf des Landschaftsplans II/4 Wassenberger Riedelland und untere Rurniederung nicht zugestimmt, bevor dieser nicht noch an einigen Punkten von den Ausschussmitglieder ergänzt und akzentuiert wurde.

Denn während Grüne und Linke die Pläne zur Einrichtung neuer Naturschutzgebiete vor allem im Marienbruch, Birgelener Pützchen und Effelder Waldsee ohne Einschränkung begrüßten, wurde von CDU, SPD und FDP neben der Festsetzung des Nordens des Effelder Waldsees als Naturschutzgebiet auch die Festsetzung von Marienbruch und Birgelener Pützchen mit Blick auf das Tourismus- und Marketingkonzept der Stadt und wegen unabsehbarer Einschränkungen für die Landwirtschaft abgelehnt.

Zudem forderten die Ausschussmitglieder, dass zehn Baudenkmäler, unter anderem das Birgelener Pützchen, Schloss Elsum, Haus Dohr, Schloss Effeld, die Wingertsmühle und der ehemalige Bahnhof Rosenthal einschließlich aller Nebenanlagen aus den Landschaftsschutz- und Naturschutzgebieten herausgenommen werden sollen.

„Der Teufel steckt bei diesen Plänen im Detail. Der Landschaftsschutz ist an vielen Stellen völlig ausreichend“, betonte Willibert Darius, nachdem der Robert Seidl den übrigen Ausschussmitgliedern vorgeworfen hatte, Naturschutz sei für sie „des Teufels“.

Nach Meinung des Stadtkämmerers seien die Befürchtungen der Verwaltung, dass der Naturschutz bei Veränderungen von Europa- oder Bundesrecht möglicherweise in einigen Jahren zu ernsten Problemen für die Stadt und ihre Bürger führen könnten, durchaus legitim. „Was im Landschaftsschutz auch bei einer Gesetzesänderung noch erlaubt wäre – der Landschaftsplan tritt beispielsweise hinter den Flächennutzungsplan zurück – wäre im Naturschutzgebiet verboten.“ Möglicherweise müssten dann insbesondere Landwirte um ihre Existenz fürchten. Nachgereicht werden soll nach der Ratssitzung eine Stellungnahme der Stadt zur Nutzung der Rur in Ophoven und Effeld. Die wird derzeit ebenfalls touristisch genutzt, beispielsweise von Rafting- und Kanuvermietungen.

Abstimmung mit Nachbarn

Bevor eine Stellungnahme zu diesem Thema abgegeben wird, will sich Wassenberg mit den ebenfalls betroffenen Kommunen Heinsberg und Hückelhoven austauschen.

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