Heinsberg - Ladendiebe langen in Heinsberg immer öfter zu

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Ladendiebe langen in Heinsberg immer öfter zu

Von: Anna Petra Thomas
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Peter Gering (Mitte), Ralf Hermandung (l.) und Jakob Liebernickel. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Die Gesichter der beiden Ladendiebe haben sich mittlerweile in sein Gedächtnis eingebrannt. Er kennt ihre Namen, und er weiß, wo sie in der Innenstadt wohnen. Und doch fühlt sich der Einzelhändler, der an der Heinsberger Hochstraße Bekleidung verkauft, derzeit machtlos und von der Polizei alleingelassen.

Seinem Ärger darüber machte er beim jüngsten „Jour fixe“ des Gewerbe- und Verkehrsvereins Luft, bei dem es um das Thema Ladendiebstahl ging.

Vorsitzender Peter Gering hatte dazu als Referenten zwei Polizeibeamte begrüßt: den neuen Bezirksbeamten für die Innenstadt, Ralf Hermandung, den Gering als den neuen „Stadtpolizisten“ vorstellte, und Jakob Liebernickel, als Kriminalhauptkommissar in der Kreispolizeibehörde unter anderem zuständig für Kriminalprävention.

Drei Pullover seien es zuletzt gewesen, erzählte der Händler ihnen und den rund zwei Dutzend anwesenden Kollegen. Einfach vom Ständer vor dem Geschäft habe einer der beiden stadtbekannten Diebe sie genommen und sei damit weggelaufen. Er habe ihn verfolgt bis vor die Haustür des Mehrfamilienhauses, in dem beide wohnen. Das war‘s dann. Nach seiner Anzeige sei das Verfahren eingestellt worden, berichtete er.

Einen Beweis, etwa durch Aufzeichnung einer Videokamera, hatte der Händler nicht. „Da steht dann Aussage gegen Aussage“, sagte ihm Liebernickel. Und entschieden werde dann im Zweifel für den Angeklagten. Aber selbst, wenn die Tat nachgewiesen werden könne, folge dem Verfahren meist keine Haftstrafe, etwa, wenn die Täter ­einen festen Wohnsitz nachweisen könnten.

Und so sind die Diebe schon einen Tag später wieder auf Tour. „Aber wie weit muss das noch gehen?“ So fragte der Händler und berichtete von einem anderen Diebstahl des Duos in einem Getränkemarkt. Ein Mitarbeiter habe sie gestellt und sei von einem der beiden Diebe schwer verletzt worden. Intensiv drehte sich die Diskussion um die Frage, welche Möglichkeiten ein Einzelhändler hat, wenn er einen Dieb auf frischer Tat ertappt.

Nicht allen war klar, dass sie einen Dieb tatsächlich festhalten dürfen, bis die Polizei eintrifft. Problematisch sei dies aber, wenn sich ausschließlich weibliches Verkaufspersonal im Geschäft befinde, gaben zahlreiche Einzelhändler zu bedenken. „Die Situation ist für Sie und für uns unbefriedigend“, erklärte Liebernickel. „Wir müssen einfach noch mehr Gemeinschaft zeigen, damit den Tätern die Lust am Stehlen genommen wird.“

Eine Empfehlung lautete, eine Telefonkette zu bilden und sich beim Auftauchen der beiden bekannten Diebe in der Innenstadt zu warnen. Hermandung gab den Einzelhändlern seine dienstliche Handynummer und versicherte, auch mit dem Fahrrad schnell vor Ort zu sein. Die Waren, vor allem die vor den Läden präsentierten, in der nächsten Zeit zu sichern, lautete eine weitere Empfehlung.

Weitere Tipps von Liebernickel waren, sich im Laden mit Verkaufspersonal immer erkennbar präsent zu zeigen, den Laden so zu gestalten, dass er vom Personal durchgängig einsehbar ist, und Waren, die oft gestohlen werden, an der Kasse zu positionieren oder nur mit Bedienung zu verkaufen.

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