Kurzweil mit einem Sofa und zwei Hunden

Von: Helmut Wichlatz
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Die Autorinnen mit Gastgeberin Andrea Marckus (Mitte). Foto: Wichlatz

Erkelenz. Ein Sofa, zwei Hunde und jede Menge Geschichten – mehr braucht man nicht für eine gute Lesung. Dies bewiesen die Autorinnen Lou Lila und Nicola Tölle im Kö-Café.

Zu viel Rattengift

Andrea Baumann veröffentlicht unter dem Namen Lou Lila Geschichten vom roten Sofa, das seit langer Zeit in der Ecke eines Cafés steht und auf dem die Gäste gerne sitzen. Die Geschichten handeln von den Gästen und ihren Erlebnissen. In der ersten Geschichte „Am Ende“ lernten die Zuhörer eine ältere Dame kennen, die gerade die Beerdigung ihres geizigen und brutalen Gatten vorzubereiten hatte. Dass ihr der Tod des Ehemannes wie eine Erlösung vorkam, konnte man nach wenigen Minuten nur zu gut verstehen.

Lakonisch und sachlich berichtete die Autorin vom Leben und Leiden der Protagonistin, die dann ihren alten Mantel zurücklassend in ein neues und freies Leben startet. Dass sie ihren Mann über Jahre hinweg langsam mit Rattengift umgebracht hatte, war nur zu verständlich. Kaum war die alte Dame um die Ecke verschwunden und das musikalische Intermezzo von Frederike Szary und David Mohr verklungen, da enterten auch schon zwei Hunde mit ihrem Frauchen im Schlepptau das virtuelle Café.

Das Frauchen war Nicola Tölle, und die las Geschichten von ihren beiden Herz-Damen Luna und Phalène. Gemeint sind ihre beiden Whippet-Windhunde, die sie auch beruflich bei ihrer Arbeit als Sonderpädagogin an der Peter-Jordan-Schule in Hückelhoven im Rahmen der „Hundegestützten Pädagogik und Therapie“ begleiten. Tölle verstand es sehr gut, aus der Perspektive der beiden Hundedamen zu berichten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Während Phalène abenteuerlustig die Umwelt erschnüffelt, hält sich die ältere Luna lieber in der Nähe ihres Menschen auf und lässt die jüngere Artgenossin toben.

In ihren Erzählungen rund um die beiden Windhündinnen gibt sie gleichzeitig einen Bericht über ein Schülerprojekt an der Peter-Jordan-Schule, dessen Ergebnisse sie zuerst in einem Blog und dann in Form von Kurzgeschichten festgehalten hat. Ebenso wie ihre Kollegin Baumann kam sie über Umwege zum Schreiben und verlegt ihre Geschichten selbst.

Musikalischer Schlusspunkt

Die Übergänge zwischen Lou Lilas und Nicola Tölles Geschichten waren ebenfalls literarisch gestaltet, so dass die Lesung für die Zuhörer „wie aus einem Guss“ erschien. Nach Lilas „Der Mann und das Bild“ und Tölles „Aus dem Leben von Luna und Phalène“ setzten Szary und Mohr mit Beethovens „Minuetto“ den musikalischen Schlusspunkt des Abends.

Informationen über beide Autorinnen findet man auch im Internet unter www.tölle-buch-und-fotokunst.de und www.loulila.de.

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