Kunstverein Canthe präsentiert Einzigartigkeit der Kunst

Von: hl
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Sehenswert: Bei der Vernissage der Ausstellung „eintausend quadratmeter“ präsentieren diese Künstler der Künstlergruppe Canthe ihre Bilder. Rechts Vorsitzender Dr. Hans Latour. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Unter dem etwas geheimnisvollen Titel „tausend quadrat-zentimeter“ hatte der Kunstverein Canthe zur Vernissage seiner Jahresausstellung ins Alte Rathaus Ratheim eingeladen. In seiner Einführung konnte Vorsitzender Dr. Hans Latour überraschend viele Kunstinteressierte begrüßen.

Bei den Vorüberlegungen zu dieser Ausstellung hatten, so Latour, die Künstlerinnen und Künstler der Canthe es abgelehnt, einen Kunstexperten „einzufliegen“, stattdessen sollte der Vorsitzende etwas über die Canthe selber sagen; was er denn auch tat.

Zug zum Individuellen

Die Gruppe bestehe aus 14 Individuen. Das Wort Individuum könne man übersetzen mit unteilbar; es meine die Einzigartigkeit eines Wesens und könne beim Menschen auch mit Persönlichkeit gleichgesetzt werden. Ein Individuum sei das Gegenteil von Vermassung oder Herdenmenschentum. Und bei einem Künstler sei dieser Zug zum Individuellen noch gesteigert dadurch, dass jeder für sich in seiner Kunst eine besondere Form von Einzigartigkeit entfalte. Und wie sei es denn möglich, 14 solcher Individuen – etwas platt ausgedrückt – unter einen Hut zu bringen?

Und weiter führte Latour aus: „Ohne in Größenwahn zu verfallen: Es gab berühmte Künstlergruppen wie zum Beispiel „Die Brücke“ oder „Der blaue Reiter“, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts entscheidend die Entwicklung der Kunst geprägt haben. Aus den unterschiedlichsten Gründen hatten sie nur wenige Jahre Bestand.

Die Canthe gibt es seit über 30 Jahren in unterschiedlicher Zusammensetzung. Einige Mitglieder haben sie verlassen, neue sind hinzugekommen.“ Und es sei nicht immer harmonisch zugegangen, sagte Latour. „Manchmal flogen auch die Fetzen. Aber – und das ist vielleicht das Erstaunliche an der Canthe: Einmal ging es immer fair zu, und zum anderen hat man sich immer wieder zusammengerauft. Und – jeder respektierte die Kunst des anderen, auch wenn er eine vom Autor unterschiedliche Meinung dazu hatte.“

Und so wurde dann in den elf ausgestellten Objekten – jeweils zehn Streifen von 1 cm Breite und 100 cm Länge mit Abständen dazwischen – die oben angedeutete Individualität sichtbar. Das ging von provokanten Titeln wie „Die zehn Gebote“, „Tanz auf dem Vulkan“, „After dinner mit Knochen“ über „Farbpigmente mit Sägespänen“, „Klassik und Moderne“, „Kunstrasenobjekt mit zehn Bildern“, „Fotos auf Baumwolle“, „Sommer“ bis zu den Bildern „ohne Titel“ mit Ölmalerei, Acryl, Mischtechnik und Tusche.

Hans Latour schloss seine Einführung mit dem Hinweis, dass es bisher keine eindeutige Definition von Kunst gebe und einem Zitat des großen mittelalterlichen Mystikers Angelus Silesius: „Die Ros ist ohn‘ warum, sie blühet, weil sie blühet.“

Freier Dialog mit sich selbst

Etwas Besonderes war die Musik von Hubert Minkenberg: Mit Sopran- und Altsaxophon improvisierte er in einem freien Dialog mit sich selbst und mit Hilfe eines digitalen Aufnahmegerätes über die Themen „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Ain’t no Sunshine“ von Bill Withers von 1971.

Die Ausstellung ist noch geöffnet am kommenden Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

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