Kulisse macht dem Serenadenkonzert alle Ehre

Von: mb
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Erkelenz. Unter heiterem Himmel hatten sich die Glücklichen, die eine Karte ergattert hatten, im weichen Abendlicht an der Burg Erkelenz versammelt. Die Kulisse machte dem Serenadenkonzert alle Ehre – kommt das Wort Serenade doch von der italienischen Bezeichnung für heiter: sereno.

Die Serenadenkonzerte der Stadt Erkelenz haben eine lange Tradition, waren früher an Haus Spiess beheimatet und finden seit einigen Jahren an der Burg statt. Um den Besucherstrom zu begrenzen, gibt die Stadt kostenlose Tickets aus. „Leider haben wir auch Anfragen abweisen müssen“, bedauert Angelika Bosau von der Kultur-GmbH der Stadt Erkelenz, „denn wir unterliegen strengen Sicherheitsrichtlinien. Da es nur einen Zugang über die Treppe gibt, dürfen wir nicht mehr als 200 Besucher in den Hof lassen.“

Die Mitwirkenden des Serenadenkonzerts, das Collegium musicum der Anton-Heinen-Volkshochschule Heinsberg und der Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande unter der Leitung von Professor Dr. Norbert Brendt sowie das Sinfonieorchester der Kreismusikschule unter der Leitung von Ernest Frissen schlugen einen musikalischen Bogen vom Frühbarock bis in die Gegenwart.

Das Collegium musicum umfasst Mitglieder aller Altersstufen aus dem gesamten Kreis Heinsberg, die regelmäßig Konzerte veranstalten und Chöre begleiten. Bekannte Melodien wie der Persische Marsch und der Kaiserwalzer von Strauß begeisterten ebenso wie weniger bekannte Stücke von Gluck und Cartellieri. Brendt verband die Musikstücke mit gelungenen Moderationen und griff immer wieder auf seinen großen Wissensschatz zurück, um dem Publikum Zusammenhänge und Besonderheiten zu erklären.

„Das mache ich nicht, weil ich mich gern reden höre“, führte er schmunzelnd aus. „Damit gebe ich den Musikern Gelegenheit, die Notenblätter umzublättern und mit Wäscheklammern zu fixieren.“ Ein Windstoß könne sonst „ein Chaos anrichten.“ Besonders viel Applaus gab es für das Allegro con spirito aus Hummels Konzert für Trompete und Orchester.

Im ersten Teil der Veranstaltung präsentierte der Cornelius-Burgh-Chor, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, Lieder des Frühbarock von Haßler, Praetorius, Friderici und Widman. Im zweiten Teil erfreuten die 35 Sänger mit Werken der Spätromantik von Bruch und Brahms, bevor das Sinfonieorchester der Kreismusikschule den heiteren Abend mit Arrangements aus Pop- und Filmmusik abrundete und musikalisch in der Gegenwart ankam. Hier durften die Hymne aller Musikfreunde „Music“ von John Miles nicht fehlen, die Titanic sinken, so wie James Horner sich das vorgestellt hat und die Pirates of the Caribean von Hans Zimmer die Herzen der Zuschauer im Sturm entern.

Ein vollkommen heiterer Abend für das Publikum: gutes Wetter, stilvolle Umgebung, ein Chor voller Sangeslust, zwei Orchester, die ihre Instrumente meisterlich beherrschten und zudem ein perfektes Zusammenspiel boten. Wie hatte Brendt gesagt: „Gute Musiker arbeiten zusammen.“

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