Hückelhoven-Millich - Künstler zeigt in Millich Arbeiten zur vierten Dimension

Künstler zeigt in Millich Arbeiten zur vierten Dimension

Von: Helmut Wichlatz
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Im Künstlertreff Eesdron in millich stellt Norbert Koska seine Werke aus und stand bei der Eröffnung im Mittelpunkt einer Performance. Foto: Koenigs

Hückelhoven-Millich. Der Architekt und Künstler Norbert Kostka schlägt mit seiner Ausstellung „Cybercube“ die Brücke zwischen Kunst und Mathematik. Darin setzt er sich mit der vierten Dimension eines Würfels auseinander. Inspiriert wurde der Künstler durch den großen Surrealisten Salvatore Dali, der 1954 mit „Corpus Hypercubus“ die Idee für Kostkas Projekt schuf.

Das Gemälde, das einen gekreuzigten Menschen an dem horizontal in vier Richtungen sich ausdehnenden Cybercubus darstellt, ist heute im Metropolitan Museum of Arts in New York zu sehen. Was Kostka daraus gemacht hat, präsentiert er im Kunsttreff Eesdron. Dabei hat er die Form des Cybercubus auch architektonisch inszeniert. Durch Bildmontagen ziert der Würfel Kirchtürme, unter anderem den der evangelischen Kirche in Erkelenz.

Doch auch das World Trade Center in New York kann als Hypercubus-Ensemble noch einmal Auferstehung feiern. Mitten im Ausstellungsraum zieht ein schwebender Cybercubus aus Styropor die Blicke der Besucher auf sich. Er war bei der Ausstellungseröffnung auch Dreh- und Angelpunkt der Performance, mit der Kostka und die Aachener Künstlerin Mallo Wünschmann für das Thema der Vierdimensionalität sensibilisieren wollten. Im Anschluss daran musste aber noch einige Überzeugungsarbeit geleistet werden, um den Besuchern das Thema näherzubringen – denn ganz leichte Kost war das nicht.

Wie soll man sich die vierte Dimension vorstellen, wenn sogar Einheiten wie Volumen auf die dritte Dimension beschränkt sind? Kurz gesagt hielt Kostka eine kleine Vorlesung in philosophischer Mathematik, um das seiner Arbeit zugrunde liegende Prinzip zu erläutern. Dabei müsse man bei einem dreidimensionalen Würfel letztendlich nur jeden Punkt im einen Vektor erweitern, um auf eine theoretische Anmutung des vierdimensionalen Cybercubus zu kommen.

Oder um es richtig auszudrücken: Es entsteht die dreidimensionale Anmutung des vierdimensionalen Würfels. Leicht gesagt, wenn nur das menschliche Gehirn nicht wäre. Das setzt in seiner Vorstellungskraft nämlich bei drei Dimensionen aus. Doch man kann es glauben. Denn so wie der dreidimensionale Würfel aus sechs zweidimensionalen Quadraten besteht, besteht der vierdimensionale Würfel aus acht dreidimensionalen Würfeln. Eigentlich ganz logisch, oder?

Eva-Stefanie Mosburger-Dalz fiel die Aufgabe zu, über Kostkas Thema, seine Bilder und seine Gedanken zur Vierdimensionalität Interpretationen zu geben. Gedanken können die analytische Sicht und damit die Grenzen der wissensbasierten Welt überwinden und visionäre Ideen ausarbeiten, sagte sie. Was auf den ersten Blick sehr „unbescheiden“ wirke, sei in Wirklichkeit ein „demütiger Akt“ des Künstlers. Na ja...

Kostka selbst sprach von Selbsterforschung, die ihn befähigt habe, das künstlerische Konzept zu erschaffen. Und bei der vierten Dimension sei noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, wenn man Kostka Glauben schenken mag. Denn auch dort kann man durch das Erweitern um neue Vektoren eine weitere Dimension schaffen. „Die Dimensionen, in denen wir leben, sind nicht alles“, folgerte er.

Die Ausstellung habe er schon vor Jahren geplant, betonte Kostka. Dass sie nun im Kunsttreff Eestron realisiert wird, erfülle ihn mit Stolz. Denn Eesdron geht auf den 2004 gestorbenen Künstler Hans-Peter Trampert zurück, der sich auch mit der Darstellung der Dimensionen beschäftigt hatte. Die Galerie wird von seiner Frau Rosemarie geführt, die damit sein Schaffen in Erinnerung halten will. Jeden dritten Freitag im Monat lädt sie zur Eröffnung neuer Ausstellungen ein, bei denen Künstler die Gelegenheit bekommen, ihr Werk zu präsentieren.

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