Erkelenz - Kripo-Ermittler schreibt Buch über Erfahrungen in 40 Jahren Polizeidienst

Kripo-Ermittler schreibt Buch über Erfahrungen in 40 Jahren Polizeidienst

Von: Helmut Wichlatz
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Bodo Strickstrock aus Erkelenz hat ein Buch geschrieben über seine Arbeit bei der Polizei. Foto: Koenigs

Erkelenz. Bodo Strickstrock hat in seiner 40-jährigen Dienstzeit bei der Polizei einiges erlebt. Bis zu seiner Pensionierung war er Leiter der Heinsberger Kriminalpolizei. Bis zur kommunalen Neugliederung 1972 stand er der Polizeibehörde des damaligen Landkreises Erkelenz vor. Entsprechend viel Stoff für sein Buch „Wenn ich so zurückblicke“ ist da im Laufe der Jahre zusammengekommen.

Dabei wollte Strickstrock eigentlich Journalist werden. Ein Wunsch, den er sich nach seiner Pensionierung erfüllte, wobei er unter anderem auch für unsere Zeitung schrieb und fotografierte. 1951 heuerte er bei der Polizei an, um bei der Pressestelle zu arbeiten, die angeblich gegründet werden sollte. Da das nicht der Fall war, landete der junge Münsteraner bei der Bereitschaftspolizei des ebenfalls noch jungen Landes NRW. Wissenswertes weiß er auch über die Gründung der Polizei in NRW zu berichten, die in Aufbau und Struktur dem Polizeiapparat der damaligen Besatzungsmacht Großbritannien nachempfunden wurde.

Die Attentate der IRA

Für das Schreiben des Buches hat er einige Jahre gebraucht, denn nach seiner Pensionierung wechselte er ins journalistische Fach über, woraus sich über zwei Jahrzehnte hinweg quasi eine Vollzeitbeschäftigung entwickelte. „Beim Schreiben kamen mir die Erinnerungen wieder hoch“, erinnert er sich. „Die schönen ebenso wie die weniger schönen.“

Die Namen der Personen hat er teilweise verändert, die Ereignisse jedoch haben sich genau so zugetragen. In seinen Erinnerungen gewährt der Autor Einblicke in die Polizeiarbeit aus den verschiedenen Jahrzehnten, die er als Streifenpolizist und Kriminalkommissar kennenlernte. Die Fälle reichen von Schmuggel und Autobahngangstern bis hin zu den Attentaten der IRA, die in den 80er Jahren das Grenzgebiet bei Wegberg erschütterten.

Einige Geschichten wie „Der Bischof von Klinkum“ regen zum Schmunzeln an und zeigen einem die Mitmenschen, denen man hier im Kreis so begegnet, in einem teilweise völlig neuen Licht. Strickstrock berichtet auch von Fällen, die sich später erst aufklärten. So zum Beispiel von einem seit den frühen 60ern vermissten Bergmann, der zuerst für tot erklärt wurde, ehe er aus dem Gebiet der damaligen DDR heraus Rentenantrag stellte. Dies hatte jedoch für seine Frau Folgen, die seit Jahren eine Witwenrente bezog.

Eigentlich, so betont er, habe er noch genug Material für ein zweites Buch. „Denn hier ist viel mehr passiert, als man denken würde“, weiß er. Und er kann es belegen. Nicht nur seine berufliche Erfahrung, auch sein privates Zeitungsarchiv, das er über Jahrzehnte geführt hat, sprechen eine eindeutige Sprache.

Gewidmet hat er seine Erinnerungen seiner 1996 verstorbenen Frau Wilma, die während seiner aktiven Dienstzeit viel zu oft und viel zu lange auf ihn warten musste. „Ohne ihre Unterstützung und Rückendeckung hätte ich sicherlich nicht so lange durchhalten und so viel bewegen können“, lautet sein Fazit.

Mit seinen Erinnerungen ist Bodo Strickstock ein lesenswerter, spannender und zugleich amüsanter Beitrag zur Dokumentation regionaler Zeitgeschichte aus einem besonderen Blickwinkel gelungen.

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