Heinsberg-Randerath - Konzertreihe in Randerath begeistert mit hoher Qualität

Konzertreihe in Randerath begeistert mit hoher Qualität

Von: Johannes Bindels
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Pascal Schweren am Piano und Christine Albert präsentierten Lieder von Johannes Brahms, Benjamin Britten und Akos Banlaky in der evangelischen Kirche in Randerath. Foto: Johannes Bindels

Heinsberg-Randerath. Klassische Musikaufführungen in der kleinen evangelischen Kirche in Randerath haben ihren anerkannten Platz in der Kulturwelt im Kreis Heinsberg. Die Sopranistin Christine Albert und der Pianist Pascal Schweren setzten mit Liedern von Johannes Brahms, Benjamin Britten, John Patrick Thomas und Akos Banlaky die Konzertreihe fort.

Verantwortlich für die hohe Qualität der Musikangebote zeichnete Florian Koltun, Organist der Kirchengemeinde in Randerath. „Rund 330 Lieder hat Johannes Brahms komponiert. Die Liebe zum Volkslied schillert durch sein ganzes Werk“, ließ Christine Albert das Publikum zum ersten Programmpunkt wissen. Sie studierte in Köln und Wien Musik und Musikpädagogik und ist Mitglied im berühmten Chor „Wiener Singverein“, den schon Brahms in den Jahren 1873 bis 1875 leitete.

Tiefe Emotionen berührt

Mit sechs Liedern von Brahms wie „Vergebliches Ständchen“, op. 84/4, oder „Feldeinsamkeit“, op. 86/2, im ersten und weiteren fünf wie „Alte Liebe“, op. 72/1, im letzten Programmpunkt kamen die Brahms-Liebhaber voll auf ihre Kosten. Ein Liedgut, das tiefe Emotionen berührt, auf den Lebensentwürfen des 19. Jahrhunderts beruht und das Lebensgefühl jener Zeit widerspiegelt. Und das durch Christine Albert mit ihrer Sopran-Stimme eindringlich und überzeugend vorgetragen wurde.

Den Zeitgeist der Romantik zu interpretieren gelang ihr ebenso wie die sozialkritische und dramatische Stimmung der Lieder von Benjamin Britten zu betonen. „Benjamin Britten, ein englischer Komponist aus dem 20. Jahrhundert, war Pazifist und floh in die USA“, betonte die Sopranistin den zeitkritischen Geist des Musikers Britten. Mit „On this Island“, op. 11, aus dem Jahr 1937 wurde die Stimmung auf Coney Island, der Halbinsel bei New York, und ihr sozialer Niedergang beschrieben.

Mit „As it is, plenty“ oder „Seascape“ nahm Britten die materialistisch ausgerichtete Welt des englischen Establishments aufs Korn. Auch in diesem Programmpunkt, und ergänzend zu völlig anderen Inhalten der Romantik, zeigte sich die ganze Bandbreite des Könnens von Christine Albert.

Das glänzende Klavierspiel von Pascal Schweren in wohltemperierter Art ließ dabei der Stimme den Vortritt und begleitete die Lieder zu jedem Zeitpunkt in förderlicher Weise.

Der Kölner Pianist Pascal Schweren studierte in Köln klassisches Klavier sowie an der Folkwanghochschule in Essen Jazzklavier. Mit einem rein instrumentalen Programmpunkt und „Three pieces for piano“ von John Patrick Thomas stellte Schweren sein Können unter Beweis. Beim ersten Stück „Silence Water – Stille Wasser“ gelang dem Publikum unschwer bei den leichten Dahinschweben der Tonfolgen die Assoziation eines stillen Wassers, auf dessen Oberfläche nur das lautlose, hauchzarte Berühren eines Wasserläufers leichte Bewegungen auslösten.

Mit Akos Banlaky präsentierten Christine Albert und Pascal Schweren Werke eines noch lebenden Komponisten. Die „sechs Lieder nach Gedichten von Delphine Blumenfeld, op. 56“ aus dem Jahr 2017 wurden glänzend interpretiert und zeigten an diesem Abend wiederholt das wunderbare harmonische Zusammenspiel der beiden Musiker.

 

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