Waldfeucht - Konzert im Bürgertreff: Blasmusik ist viel mehr als nur Märsche

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Konzert im Bürgertreff: Blasmusik ist viel mehr als nur Märsche

Von: Utz Schäzle
Letzte Aktualisierung:

Waldfeucht. Das war ein begeisterndes Festival der konzertanten Blasmusik, eine Reise in die Wunderwelt der Musik. Und wer bisher unter Blasmusik den lauten schmetternden Klang von Märschen verbunden hat, der wurde gründlich eines Besseren belehrt – beim Nikolauskonzert des Musikvereins Cäcilia Waldfeucht im Bürgertreff.

Ein musikalisches „Best of“, die beliebtesten Stücke aus den Konzerten der letzten 20 Jahre warteten auf die Zuhörer, dargeboten von einem Blasorchester mit enormer Leistungsstärke unter der Leitung von André Seerden.

Mit viel Ausdruckskraft

Mit der „Fanfare in lubilo“ von Thomas Doss wurde das Nikolauskonzert eingeläutet. Die Symphony Nr. 1 „The Lord of the Rings“ von Johan de Meij mit den Sätzen Gandalf - The Wizard und Hobbits strotzte geradezu von Ausdruckskraft. Besonders eindrucksvoll kamen dabei die neuen Pauken, die erst kurz vor dem Konzert angeschafft worden waren, zur Geltung.

Orchestraler Gesamtklang

Der orchestrale Gesamtklang beflügelte die Musiker, da gelangten auch bei kräftiger Unterstützung durch die Schlagzeuggruppe die rhythmischen Passagen perfekt. „Lux Aurumque“ ( Licht und Gold) ist eine Komposition in 48 Takten, leise, sehr harmonisch, mit ungewöhnlichen Rhythmen und Klangkombinationen. Es ist eine musikalische Herausforderung für jedes symphonische Blasorchester, das nun beim Nikolauskonzert bestens und hervorragend umgesetzt wurde. Einen ersten musikalischen Höhepunkt setzte Frank Bischofs mit seiner kraftvollen Tenorstimme, mit dem „Nessum Dorma“ aus der Oper Turandot. Die Arie wurde dann auch unheimlich gefühlvoll und gekonnt vom Blasorchester begleitet. Mit mächtiger akustischer Fülle, dynamischer Abwechslung und rasanten Tempi erklang die Ouvertüre zu „Nabucco“ von Giuseppe Verdi. Im guten Vortrag mit tadellosem Spielfluss ging es mit dem berühmten „Florentiner Marsch“ von Julius Fucik in die Pause. Traditionell kam der Nikolaus zu einem kurzen Besuch in den Bürgertreff.

Launige Worte

Mit launigen Worten lobte er den Dirigenten und die Musiker. Er vergaß aber auch nicht, sich bei der „guten Seele“ von Cäcilia Waldfeucht, bei Präsidentin Anneliese Ruppert, für deren unermüdlichen Einsatz im Dienste der Waldfeuchter Musik zu bedanken. Besonders gefühlvoll und mit vollem Orchesterklang wurde der zweite Teil des Konzertes eröffnet. „Der mit dem Wolf tanzt“, bekannte Filmmusik in einem Arrangement von Jay Bocook, leitete über zu Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“. Dieses imposante Medley der bekanntesten Melodien wurde vom Musikverein Cäcilia Waldfeucht, mit all seinen Highlights einfühlsam und authentisch umgesetzt. Mit „Tribute to Dixie“ von Gilbert Tinner, einer Hommage an die Jazzmusiker von New Orleans, zeigte sich das Waldfeuchter Blasorchester von seiner swingenden Seite.

Eine Dixieland-Jazzband (Klarinette, Trompete, Es-Alt-Saxophon und Posaune) sorgte für die authentische Klangfarbe und den typischen Stil des Dixieland-Sounds. „Musik war meine erste große Liebe, und wird sie immer sein“, das steht für Frank Bischofs Solo „Music“ von John Miles , hervorragend gesungen, wunderschön begleitet, das war Gänsehaut pur.

Die „Bohemian Rhapsody“ gelang zu einer wahren musikalischen Sternstunde. Ein Backgroundchor (drei Sängerinnen, drei Sänger) unterstützte stimmgewaltig das Blasorchester, das hielt, was eine Rhapsodie eben verspricht: nicht zusammenhängende Themen und Motive, rasante Tempi und rhythmische Wechsel. In den einzelnen Partien eröffnen sich dann stürmische Klangszenarien.

Einfallsreiche Anekdoten

Der Moderator des Konzertabends, Johannes Houben, führte sein Publikum durch das bunt gefächerte Programm mit einfallsreichen Anekdoten und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Kompositionen.

Mit dem Marsch „Alte Kameraden“ endete das Nikolauskonzert des Musikvereins Cäcilia Waldfeucht, und das Publikum klatschte begeistert im Takt mit, so dass dann eine weitere Zugabe diesen wunderschönen Konzertabend krönte.

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