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Kölner Baustelle bringt Pep in Stadthalle

Von: hl
Letzte Aktualisierung:

Erkelenz. Das Theater Die Baustelle aus Köln gastierte in der Stadthalle mit dem außergewöhnlichen Stück „All you need is cheese“. Es war die zweite Vorstellung der Kultur GmbH Erkelenz in der Theatersaison 2013/2014 und wohl eine der amüsantesten und kurzweiligsten (um ein aus der Mode geratenes Wort zu gebrauchen), welche das fast voll besetzte Haus nicht so oft erlebt hatte.

Die Besetzungsliste wies weithin unbekannte Namen auf: Jürgen Sieger (Herr King), Suzan Erentok (Frau Su), Anna Stijohan (Conny). Mira Frijar (Else), Julia Knorst (Jule), Marissa Möller (Juju), Laurenz Gemmer (Klavier), Lars Dieckmann (Saxophon), Johannes Klingbeil (Schlagzeug) und David Helm (Bass). Text und Regie lagen in den Händen von Bettina Montazem.

Die Handlung ist schnell erzählt: Fünf Frauen machen sich selbstständig und wollen ein Restaurant (cheese) eröffnen. Die Attraktion sollen singende Kellne-rinnen sein, die allerdings nicht singen können.

Der Mann vom Ordnungsamt

Der schöne Plan wird unerwartet durchkreuzt durch einen Mann vom Ordnungsamt, der nach der Schanker-laubnis fragt. Das nicht vorhandene Papier sorgt für allerhand Turbulenzen, die Liebe eingeschlossen, und führt am Schluss doch in Form eines Sonderformulars zu einem Happy End.

Wer denkt bei dem Titel des Stückes nicht unwillkürlich an den berühmten Beatles-Song von 1967 „All you need is love“? Damit sind wir schon mittendrin in einer Zeit, die mit ihren Songs eine ganze Generation entzückte. Und die Älteren im Saal fühlten sich in ihre Jugend zurückversetzt.

Denn die Handlung wurde ergänzt und wesentlich bestimmt von Schlagern, auch gesungen in der Originalversion, wie „Que sera sera“, „Ich hab’ getanzt heut’ Nacht“, „Eine Frau wird erst schön durch die Liebe“, „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“, „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, „Schuld war nur der Bossa nova“, „Liebeskummer lohnt sich nicht, my darling“, „Rote Lippen soll man küssen“, „Oh Tina, oh Marina“, „Es war ihr Itsy Bitsy Honolulu Strandbikini“, „Twist and Shout“ – und natürlich die eine oder andere Rock ‘n‘ Roll-Melodie.

Die spielfreudige Band

Diese Musik ging durch hervorragende Stimmen und eine spielfreudige Band direkt in Ohr und Herz und gab dem Stück eine zusätzliche Leichtigkeit.

Für letztere sorgte auch eine spritzige Choreografie, von den Akteuren mit spielfreudiger Fantasie umgesetzt und temperamentvoll in Szene gesetzt.

Die Mischung aus Musical und Schauspiel erhielt noch einen besonderen Reiz dadurch, dass das Ganze mit einem Augenzwinkern über die Bühne ging, die einzelnen Figuren sich offenbar selber nicht so ernst nahmen, eine eingesprengselte Ernsthaftigkeit zwischendurch auch etwas Zeit zum Nachdenken gab und intelligente Überdrehungen nie in den Klamauk abglitten.

Dies wurde besonders deutlich, als die Damen Herrn King auf unnachahmliche Weise anschmachteten und einen hinreißenden Zickenkrieg „zelebrierten“.

Der minutenlange Beifall am Ende und viele Vorhänge entließen ein Ensemble, dem sein Auftritt offenbar auch selber viel Spaß bereitet hatte.

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