Klarissenkloster: Neue Äbtissin nach 34 Jahren

Von: Anna Petra Thomas
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Weihbischof Karl Borsch mit Mutter Felizitas (links), die nach 34 Jahren ihr Amt abgibt, und der neuen Äbtissin Schwester Theresia. Foto: Anna Petra Thomas

Waldfeucht-Braunsrath. Im Rahmen einer Dankvesper haben Weihbischof Karl Borsch und der bischöfliche Beauftragte Pfarrer Andreas Frick im Klarissenkloster Maria Lind in Braunsrath das Wirken von Mutter Felizitas, der ersten Äbtissin des Klosters, gewürdigt. Nach 34 Jahren wollte Mutter Felizitas nicht wiedergewählt werden und die Verantwortung für das Kloster in jüngere Hände legen. Neue Äbtissin ist jetzt Schwester Theresia.

Das Gleichnis vom Sämann aus dem Matthäusevangelium (Mt 13, 1-9) hatte der Weihbischof für die Vesper als Lesung ausgewählt. Dieses Gleichnis mache Mut, so Borsch. „Mut brauchen wir in der aktuellen kirchlichen Situation mehr als vieles sonst.“ Es eröffne einen neuen Horizont. Mit dem Reich Gottes sei es wie mit dem Mann, der Samen auf seinen Acker sät. „Jeder hat seinen Acker, klein oder groß. Wer ein Feld bestellt, der freut sich auf die Ernte“, malte er das Bild weiter. Aber: „Wer einsammeln will, muss zuerst geben und zwar nicht zu knapp“, erklärte Borsch. Vertrauen, Leibe und Glauben seien dabei die kostbaren Saatgüter.

Eine ganze Menge von Saatgütern gehe beim Säen verloren, an die Vögel, auf felsigem Boden oder unter Dornen. Sich in diesem Zusammenhang selbst anzuklagen, sei falsch. „Du sollst dich nicht grämen über das, was verloren geht – du sollst dich freuen über das, was aufgeht“, so Borsch.

„Wie ein guter Sämann haben Sie Glaube, Hoffnung und Liebe ausgesät in die Herzen der Menschen“, sagte er an Mutter Felizitas gewandt. Und dabei habe sie sich nicht geschont. Was ihr selbst geschenkt worden sei, habe sie weitergegeben, an ihre Mitschwestern im Kloster, an viele Ordensgemeinschaften im Bistum, an die Menschen in Braunsrath und Umgebung. „Mit den Schwestern der heiligen Klara folgen sie Jesus in seiner Armut und Demut und geben uns allen ein Beispiel christlichen Lebens.“

Das Kloster Maria Lind geht zurück auf den 1978 mit fünf Schwestern des Klarissenklosters Senden in Ahlen gegründeten Konvent. 1985 wurde er auf Bitten des Aachener Bischof Dr. Klaus Hemmerle zur Betreuung der von den Kapuzinern aufgegebenen Marienwallfahrt nach Braunsrath verlegt. Am 20. Oktober 1985 wurden das Kloster und die an die Wallfahrtskapelle angebaute Klosterkirche geweiht.

Damals sei Mutter Felizitas bereits Äbtissin gewesen, erklärte Borsch. „Mit Umsicht und Eifer haben Sie den Umzug nach Braunsrath begleitet und den Aufbau des Klarissenklosters Maria Lind gefördert.“ Über Jahrzehnte habe sie die Geschicke dieses wichtigen geistlichen Zentrums mitbestimmt und geprägt. Weit über Braunsrath hinaus habe sie Menschen mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Humor angesteckt und für Gott gewonnen. „Viele haben Sie auf den Geschmack gebracht am Glauben.“

Von Dornen und Felsen

Ihrer Nachfolgerin, Äbtissin Theresia wünschte er Gottes Segen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe. „Gehen Sie mit Gelassenheit und Vertrauen Ihren Weg“, sagte er ihr. „Bleiben Sie nicht stehen vor den Dornen oder am felsigen Boden. Säen Sie und geben Sie weiter, was Sie haben.“ Wachsen und Ernten lägen in Gottes Hand.

In ihren Fürbitten ergänzten die Schwestern Worte der heiligen Klara mit eigenen Gedanken. „Hier zum Wallfahrtsort Maria Lind kommen viele Menschen voll Vertrauen mit ihrer Not und ihrem Dank“, hieß es da. „Schenk ihnen Erhörung und lass sie stets getröstet und gestärkt von hier weggehen“, beteten die Schwestern.

Schließlich gedachten sie all denjenigen Menschen, „die uns von der ersten Stunde unseres Hierseins an mit ihrem Wohlwollen geholfen haben und uns das Einleben erleichtert haben. Vergilt ihnen alles, was sie für uns getan haben.“

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