Heinsberg - Kinderärztlicher Notdienst ist beschlossen

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Kinderärztlicher Notdienst ist beschlossen

Von: Rainer Herwartz
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In einem Notfall sind die Kleinsten der Kleinen besonders gefährdet. Da ist der Wunsch vieler Eltern nach einem kinderärztlichen Notdienst im Kreis Heinsberg nachvollziehbar. Foto: dpa
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In einem Notfall sind die Kleinsten der Kleinen besonders gefährdet. Da ist der Wunsch vieler Eltern nach einem kinderärztlichen Notdienst im Kreis Heinsberg nachvollziehbar. Foto: dpa

Heinsberg. Überrascht ist Dr. Khaled Abou Lebdi nicht, als er von dem Wunsch vieler Heinsberger und deren Nachbarn erfährt. Beim großen Kommunalcheck unserer Zeitung taucht immer wieder der Wunsch nach einer kinderärztlichen Notfallpraxis auf. Denn diese gibt es im Kreis Heinsberg derzeit nicht.

„Die Nachfrage an kinderärztlichen Leistungen steigt, obwohl wir so wenig Kinder wie noch nie haben und die Kinder zudem so gesund sind wie noch nie“, sagt der Mediziner. Für dieses scheinbare Paradoxon hat er auch gleich eine Erklärung parat. „Ich denke, das liegt daran, dass sich die Gesellschaft generell verändert hat.“ Das Aufgabenspektrum für einen Kinderarzt habe sich im Vergleich zu Zeiten vor etwa 25 Jahren drastisch gewandelt. „Die Sensibilität bei den Eltern hat zugenommen, wenn es um das Wohl der Kinder geht.“

Da werden bei Abou Lebdi gleich Erinnerungen an das Jahr 1980 wach, als sich sein Vater in Heinsberg als Kinderarzt niederließ. Damals, so sagt er, habe es im gesamten Kreis Heinsberg nur fünf Kinderärzte gegeben, heute seien es über 20. Dabei habe es 1980 allein in Westdeutschland jährlich über eine Million Geburten gegeben. Heute sind es im ganzen Land nur etwas mehr als 700.000 im Jahr.

Die Kinderärzte seien sich diesem neuen Bedarf durchaus bewusst. „Und wir sind der Meinung, dass für alle Kinder ein kinderärztlicher Notdienst verfügbar sein sollte. Allerdings ist ein zukünftiges Notdienstkonzept nur gemeinsam mit dem bisherigen hausärztlichen Notdienst unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten sinnvoll.“

Und wie wahrscheinlich ist es, dass sich der Wunsch vieler Eltern bald realisiert? „Erst im November 2012 wurde in der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein beschlossen, ein neues Notdienstkonzept, das hausärztlichen, kinderärztlichen und HNO-ärztlichen Notdienst verbindet, umzusetzen.“ Bis zur Umsetzung dürfen nicht mehr als maximal vier Jahre verstreichen. „Spätestens dann wird es auch hier in der Region einen kinderärztlichen Notdienst geben müssen.“

Derzeit stelle sich die Situation so dar, dass mehr als die Hälfte aller Notdienstpatienten Kinder seien, erklärt Abou Lebdi. Allein in der Notdienstpraxis in Heinsberg, am Heinsberger Krankenhaus gelegen, würden im Monat je nach Jahreszeit durchschnittlich 1500 bis 2000 Menschen behandelt.

Müssen sich die Eltern denn in der momentanen Situation bei einem Notfall mit ihrem Sprössling Sorgen machen, dass keine ausreichende ärztliche Versorgung vor Ort gegeben ist? „Nein“, meint Abou Lebdi klipp und klar. „Das bisherige Notdienstkonzept in Verbindung mit den Notfallambulanzen der umliegenden Kinderkliniken gewährleistet eine durchaus akzeptable Sicherheit. Dennoch böte ein kinderärztlicher Notdienst die Chance, die kleinen Patienten noch umfassender zu behandeln, so dass ein Ortswechsel eventuell nicht mehr erforderlich ist.“

Innerhalb der nächsten vier Jahre wird nach dem Beschluss der Kassenärztlichen Vereinigung dieser Zustand erreicht sein. Einfach werde die Umsetzung der Entscheidung jedoch nicht, glaubt der Heinsberger Kinderarzt. „Ein grundsätzliches Problem wird sein, dass trotz des aktuellen Ärztemangels eine neue kinderärztliche Notfallpraxis auch personell besetzt werden muss. Schon derzeit stellt sich dies bei den bestehenden Notfallpraxen als überaus schwierig dar. Das stellt die Kassenärztliche Vereinigung zweifellos vor eine große Herausforderung.“

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