Heinsberg-Oberbruch - Kein Geld für Sanierungen: Oberbrucher fühlen sich im Stich gelassen

CHIO-Header

Kein Geld für Sanierungen: Oberbrucher fühlen sich im Stich gelassen

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
7382082.jpg
CDU-Ratsherr Helmut Frenken (am Rednerpult) stellte sich der Kritik aus der Bevölkerung.

Heinsberg-Oberbruch. Die Festhalle platzte unter dem Bevölkerungsansturm, den die Einladung der Oberbrucher CDU-Ratsvertreter Helmut Frenken, Willi Schmitz, Josef Kehren und Heinz Hilgers ausgelöst hatte, beinahe aus allen Nähten. Waren es jetzt 500, 600 oder etwa noch mehr Menschen, die die Festhalle buchstäblich bis unter die Decke füllten?

„Wären die mal alle früher gekommen“, seufzte Anja Freimuth. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen schob die Pächterin, deren Vertrag zum 31. August ausläuft, aber gleich nach, dass ihr Rückzug aus der Gastronomie nicht nur an der schlechten Besucherfrequenz gelegen habe.

„15 Jahre in der Gastronomie sind einfach genug“, meinte sie mit einem Blick von der rückwärtigen Empore auf die Menschenmassen im großen Festsaal. Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung war die Zukunft von Festhalle und Freibad im Heinsberger Ortsteil. Und obwohl alle vier CDU-Mandatsträger die Bürger eingeladen hatten, war es schließlich Helmut Frenken, der sich von der großen Bühne aus quasi im Alleingang den drängenden Fragen und der Kritik aus dem Zuhörerraum stellte. Die auch emotional geführte Diskussion blieb dabei dennoch weitgehend sachlich.

„Langjährige Mitglieder der CDU-Fraktion können bestätigen, dass es uns Oberbrucher CDU-Vertretern immer ein Anliegen war, Geld im Haushalt einzustellen, um zum Beispiel eine Dachsanierung an der Halle finanzieren zu können“, begann Frenken zunächst mit einer Stellungnahme. „Leider konnten wir uns gegen die vielfältigen Interessen in den Nachbarorten nicht durchsetzen. Die Summe, die hier zu investieren war, schreckte immer ab.“

Im Vergleich zum Bau von Bürgerhallen in anderen Ortsteilen ließ Frenken allerdings auch nicht unerwähnt, „dass das in den anderen Orten unter höchst engagierter Beteiligung der Bevölkerung erfolgte“. Und genau das vermisse er in Oberbruch. „So suche ich seit zwei Jahren einen Fliesenfachmann, der uns im Sportheim die Duschräume erneuert – sorry, nicht zu finden. Braucht man für Projekte Unterstützung sind sofort 20 Leute bereit zu helfen. Kommt es zum Termin, sind die meisten verhindert.“

Für Frenken war die alles entscheidende Frage: „Was sind die Bürger selber bereit zu leisten, um Festhalle oder Freibad weiter in Betrieb zu sehen.“ In diesem Zusammenhang skizzierte er auch die Idee eines Bürgerbades, das ehrenamtlich betrieben werde.

Aus den Reihen der Bürger erntete er dafür einige spöttelnde Bemerkungen, ebenso wie bei der von ihm geäußerten Hoffnung, dass eine steigende Besucherzahl des Freibades in diesem Sommer vielleicht das Defizit senken könne. Ortsringvorsitzender Josef Füßer hielt, gefolgt von Bravo-Rufen, dagegen: „Die Entscheidung zum Freibad muss vor der Wahl auf den Tisch, sonst kommt wieder die Charakteristik der Verarschung und die müssen wir uns nicht gefallen lassen.“

Dass der Ortsring sich bereit erklärt habe, vorübergehend die Verwaltung der Festhalle zu übernehmen, könne keine Dauerlösung sein, räumte Frenken ein. Es diene lediglich dazu, das komplette Wegbrechen der Hallennutzer für einen zukünftigen Pächter zu verhindern. Überdies könne die Halle nur mit einem zahlungskräftigen Investor überleben, da die städtischen Kassen wenig Aussicht auf eine ausreichende Finanzspritze böten.

Bürgermeister Wolfgang Dieder hatte gegenüber Füßer zugesagt, dass die Stadt für den Übergangszeitraum die Energiekosten übernehmen werde. Und dennoch: „Der Ortsring wird nicht den Hausmeister spielen“, machte Füßer deutlich. Wir wollen nicht die Haftung übernehmen, wenn hier irgendwann jemandem die Decke auf den Kopf fällt.“ Viele Oberbrucher hätten das Vertrauen in die Politik verloren, weil ein offenes Wort fehle.

Nicht die Bürger, sondern der Eigentümer, also die Kommune sei dafür zuständig, die Halle auf Vordermann zu bringen, war die Meinung vieler Oberbrucher. Die Halle werde langsam heruntergewirtschaftet zu einer kleinen Mehrzweckhalle eines Dorfes. Viele bezweifelten, dass im jetzigen Zustand überhaupt ein Pächter gefunden werden könne.

Füßer: „Der Renovierungsaufwand besteht nicht erst seit gestern. Das ist Fahrlässigkeit des Eigentümers. Ein Pächter macht hier eine 180-Grad-Wendung und sagt, ich komme wieder, wenn ihr hier 2,5 Millionen investiert habt.“ Und die gilt es nun zu beschaffen. Aber wie?

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert