Erkelenz-Granterath - Karnevals-Knatsch wegen Komasaufen und Technomusik

Karnevals-Knatsch wegen Komasaufen und Technomusik

Von: ansc
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Laute Musik unerwünscht: der Zug in Granterath. Foto: Lenz

Erkelenz-Granterath. Am Ende haben sich dann doch alle wieder lieb. Dabei zeichnete sich beim Blick auf einige teilnehmenden Gruppen des diesjährigen Granterather Karnevalszuges seit Beginn der Woche ein ganz anderes Bild ab.

Von Streitereien über Wellen der Entrüstung bis hin zu persönlichen Drohungen hat Karl Mones, Vorsitzender der Granterather Vereinsgemeinschaft, so ziemlich alles erlebt.

Doch der Reihe nach: Am Montagabend hatte das närrische Lachen bei acht Karnevalsgruppen, die sich für den am Karnevalssamstag stattfindenden Zug angemeldet hatten, ein abruptes Ende. Der Grund: Die überwiegend jungen Gruppen erhielten seitens der Vereinsgemeinschaft eine kurzfristige Absage mit der Begründung, die Kapazität des Zuges sei erschöpft. Es dauerte nur wenige Minuten, da existierte im sozialen Netzwerk Facebook bereits eine Seite gegen den Rauswurf. Innerhalb kürzester Zeit besaß der Aufruf bereits knapp 1000 Anhänger. Man werde den kurzfristigen Rauswurf nicht akzeptieren, schließlich habe man monatelang mit dem Bau der Karnevalswagen aufwendige Vorbereitungen getroffen, hieß es seitens der verärgerten Gruppen. Von Diskriminierung war die Rede. Man wolle lediglich Jugendliche ausschließen, so die Meinung der acht Gruppen.

Doch die begrenzte Kapazität, wie es in der Mail der Vereinsgemeinschaft hieß, war eher ein vorgeschobener Grund. Denn in Wahrheit sind der Vereinsgemeinschaft als Zugveranstalter einige Verhaltensmuster der vergangenen Jahre ein Dorn im Auge. „Das hatte zuletzt bei einigen Gruppen wenig mit Karneval zu tun. Statt Feierlaune überwogen das Komasaufen und die unerträglich laute Technomusik“, sagt Mones auf Anfrage. Gegen den Vorwurf, junge Menschen seien im Zug unerwünscht, wehrt er sich. „Jugendliche sind bei uns sehr willkommen. Aber wenn sich die Mehrheit der Zugbesucher bereits über einige Verhaltensweisen beschweren und uns mitteilen, in diesem Jahr dem Straßenkarneval fernzubleiben, muss man etwas tun.“

Nach tagelangen gegenseitigen Schuldzuweisungen, die auf der Facebook-Seite sogar in Drohungen gegenüber einzelnen Personen übergingen, kam es am Donnerstagabend zu später Stunde zu einer Aussprache zwischen beiden Lagern. Ergebnis: Alle acht Gruppen können ihre Kamelle wieder aus dem Keller hervorholen, niemand wird ausgeschlossen. „Es war ein positives Gespräch, bei dem alle Missverständnisse aus dem Weg geräumt wurden“, berichtet Nikolas Jansen, der mit seiner Gruppe ebenfalls von der ursprünglichen Absage betroffen war.

Am Donnerstag kündigte die Granterather Vereinsgemeinschaft an, die Lautstärke auf den Wagen strengstens zu beobachten. Das Problem der geringen Kapazität hat der Zugveranstalter zudem mit einer Änderung des Zugweges vorerst aus der Welt geschafft. Demnach erfolgt die Aufstellung der Gruppen ab der Mehrzweckhalle mit Zugrichtung „Im End“, also entgegengesetzt wie bislang geplant. Von der Mehrzweckhalle geht es über „Zum neuen Weg“, „Hinter den Hecken“, „Ringstraße“ und dem „Birker Weg“ zurück Richtung Mehrzweckhalle.

Die Vereinsgemeinschaft hat sich indes für die Absage entschuldigt. „Wir müssen zugeben, dass diese zu kurzfristig war“, sagt Mones. Für die betroffenen Gruppen dürfte es am Karnevalssamstag jedenfalls die letzte Bewährungschance sein. Ansonsten droht ihnen wohl das vollständige Abdrehen der Musik.

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