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Kampf um Türsteher-Geschäft: „Bandidos” vor Gericht

Von: dpa
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Bandidos
Gegen sieben Rocker der berüchtigten „Bandidos” hat am Mittwoch unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess begonnen. Foto: dmp

Aachen. Gegen sieben Rocker der berüchtigten „Bandidos” hat am Mittwoch unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess begonnen. Die Männer sollen versucht haben, das Türsteher-Geschäft einer Geilenkirchener Diskothek zu übernehmen.

Dazu sollen sie einem Türsteher gedroht und ihn eingeschüchtert haben. Sie sind wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung angeklagt. Tatmotiv sind wohl Revierkämpfe mit den verfeindeten „Hells Angels” im Türsteher-Geschäft.

Die 24 bis 45 Jahre alten Männer schwiegen am ersten Verhandlungstag zu den Vorwürfen. Im Gericht gab es scharfe Einlasskontrollen. Auch befanden sich bewaffnete Polizeibeamte im Gerichtssaal. Der Prozess war beim Auftakt Mitte Februar nach nur einer Minute verschoben worden, weil ein Angeklagter krank geworden war.

Die Rocker hätten ihren Gebietsanspruch geltend machen und sich durch die Übernahme eine Einnahmequelle sichern wollen, sagte Oberstaatsanwältin Jutta Breuer. Im August vergangenen Jahres seien die Männer in einer Gruppe von rund 20 Leuten bei der Diskothek vorgefahren. Dabei seien sie von Mitgliedern der Rockerclubs Chicanos und Diabolos unterstützt worden.

In ihren Kutten hätten sie sich drohend vor einen Türsteher aufgebaut und ihm klar gemacht, dass das ihr Hoheitsgebiet und ihr Geschäft sei. „Ich kann Dich auch direkt platt machen”, habe ihm „Bandido” gedroht. Der bedrohte Mann stehe den verfeindeten „Hells Angels” nahe.

Die Angeklagten kommen überwiegend aus der Kölner und Aachener Region. Die „Bandidos” sind die zahlenmäßig stärkste Rockergruppe in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von den „Hells Angels”.

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