Kammermusik für Blechbläser mit spaßigen Einlagen

Von: hl
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Hückelhoven. Die Freunde der Kammermusik Hückelhoven, con brio, hatten zum Serenadenkonzert in den Schlosshof von Schloss Rurich eingeladen mit dem Bläserquintett „International Brass“ und Alphorn. Und viele kamen, um in diesem romantischen Ambiente eine Abendmusik zu erleben, die wohl noch lange im Gedächtnis bleibt.

Auch das Wetter spielte mit: Während bei den ersten Takten noch die Regenschirme aufgespannt waren, verzogen sich die Wolken, und ab und zu ließ sich sogar die Sonne sehen.

„International Brass“ ist ein Bläserquintett mit Musikern aus vier Nationen, aus den Niederlanden, Litauen, Österreich und Deutschland. Verstärkt durch ein Alphorn zeichnen sich die fünf einmal aus durch ihr hohes musikalische Niveau, ihre Spielfreude, gepaart mit viel Witz und auch Selbstironie, zum anderen dadurch, dass es bei ihnen keinen Unterschied gibt zwischen so genannter U- und E-Musik, wenn auch der Schwerpunkt auf klassischer Musik liegt. „Kammermusik für Blechbläser ist unsere Mission“, beschreiben sie selber ihr musikalisches Anliegen.

Anrührend und ergreifend

Und so erklangen während der gut 90 Minuten Konzertstücke der Klassiker wie Georg Friedrich Händel (Sinfonia und Ballo aus der Oper Alcina), Johann Strauss, Sohn (Czardas aus der Fledermaus), Gioacchino Rossini (Ouvertüre zu der Barbier von Sevilla) als auch Werke von eher unbekannten Komponisten wie Theodore Dubois (Grand Chœur), Michael Kamen (Quintett), Stephen Heller/Ralph R. Hall (drei Miniaturen für Blechbläserquintett), Wilhelm Junker, der auch Mitglied des Quintetts ist und manche Stücke bearbeitet hat, (Concertino für Alphorn und Blechbläserquintett, Komponist Wilhelm Junker)) und Kerry Turner (Riochet). Und es fehlte auch nicht das anrührende und ergreifende „Londonderry Air“, die Hymne aus Nordirland.

Thomas Lindt, Posaunist aus Wassenberg, führte kenntnisreich und humorvoll durch das Programm und ordnete die Musik ein in ihren Ursprung und den jeweiligen Zusammenhang ihres Entstehens. So erfuhren die Zuhörer zum Beispiel, dass Händel – Deutscher und Engländer – nicht nur ein großer Musiker war, sondern auch ein cleverer Geschäftsmann; und dass Michael Kamen die Musik für viele bekannte Filme geschrieben hat, unter anderen für die mit Bruce Willis.

Wenn bei Stücken, die mit der Jagd zu tun hatten, die Musiker Jäger imitierten, ein Steckenpferd wiehern und auf diversen Flötenstücken allerhand Vogelgezwitscher ertönen oder bei der Musik mit dem Alphorn eine Kuhglocke scheppern ließen, dann wurde endgültig klar, dass dieses Quintett die richtige Mischung gefunden hatte zwischen der im Allgemeinen vor allem bei der Klassik anzutreffenden Seriosität und den spaßigen und lustigen Möglichkeiten des Musizierens.

Überspannt und bewacht

Dieses Kennzeichen des Quintetts wurde noch unterstrichen durch eine von einer Designerin entworfenen Gewandung, speziell auf jeden einzelnen ausgerichtet.

Natürlich kamen die fünf nicht ohne Zugaben von der mit einem Baldachin überspannten und von zwei Sphinxen bewachten Bühne herunter: In gewohnter Präzision und mit großer Spielfreude erklangen Rimski-Korssakows „Hummelflug“ und von John Philip Sousa „The Stars and Stripes forever“. Und noch einmal herzlicher Beifall wie nach jedem Stück – nur diesmal noch etwas länger.

Und dass das Quintett vom Vorsitzenden Lengersdorf als kleines Dankeschön für ein hervorragendes Konzert Flaschen bekam, drückte genau das Gegenteil aus von dem mit diesem Wort auch verbundenen Beigeschmack. Der Vorsitzende dankte auch der gräflichen Familie für vielfältige Unterstützung.

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