Erkelenz - Jugendliche für das Leben auf dem Land begeistern

Jugendliche für das Leben auf dem Land begeistern

Von: Laura Beemelmanns
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Erkelenz. „Der Satz: Auf dem Land ist nichts los, stimmt nicht“, sagt Markus Wilms (25). Ganz im Gegenteil. Er weiß, dass sich so einiges bewegt auf dem Land und auch in Erkelenz. „Wir haben die große Stoppelfeldfete, veranstalten Osterwanderungen, Tages- und Wochenendausflüge und haben unseren eigenen Karnevalswagen.“

Markus Wilms war bis vor kurzem für vier Jahre im Vorstand der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) in der Ortsgruppe tätig, nun begleitet der Gerderather als Mitglied der Landjugend die Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin – mit einem klaren Ziel vor Augen: Jugendliche erreichen, fördern und sie für das Leben auf dem Land begeistern.

Auch wenn er zum ersten Mal Teil der IGW ist, so ist die Landjugend schon zum 38. Mal vor Ort, jedes Mal mit einem anderen Thema, jedes Mal mit einem anderen Team. In diesem Jahr stehe alles unter dem Motto: Verliebt – Verlobt – Vernetzt – Land schafft Vernetzung. Dabei gehe es jedoch weder um neue Beziehungen, noch um eine Art Verkupplung. Es gehe vielmehr um die Liebe zum Land und die Möglichkeiten, die es bietet.

„Wir möchten den Jugendlichen das Land näher bringen und zeigen, dass es nicht langweilig ist“, erklärt er. Daher werden vor allem besondere Veranstaltungen auf die Beine gestellt, beispielsweise die Stoppelfeldfete. Schließlich sei diese in der Stadt nur schwer umsetzbar.

Nun jedoch solle erst einmal die Werbetrommel in Berlin gerührt werden. Dort betreut Markus Wilms mit seinem Team einen etwa 16 Quadratmeter großen Messestand auf der IGW. In diesem Jahr kommen die rund 30 Jugendlichen am KLJB-Stand vorwiegend aus den Diözesanverbänden Aachen, Passau und Freiburg. Zum aktuellen Thema solle ein Dorfplatz entstehen mit Kirche, Litfaßsäule und einer „interaktiven Bushaltestelle“.

„Es gibt einen Monitor mit Abfahrts- und Ankunftsplänen“, erklärt Wilms. In sogenannten Fahrtengruppen sollen die Jugendlichen dann durch das kleine Dorf geführt werden. Hinzu kommen Posts beim sozialen Netzwerk Facebook. Die KLJB wolle so zeigen, dass es auch Netzwerke auf dem Land gebe. Das seien beispielsweise Vereine. „Es gibt sehr viele Vereine auf dem Land“, sagt er. Dort könne man Kontakte knüpfen, sich einbringen und engagieren. Zudem netzwerke auch die Landjugend im Internet. Auch wenn das Internet in manchen Orten noch nicht ganz so schnell sei, scherzt Wilms.

Denn: Der Katholische Jugendverband nimmt das Thema Vernetzung genauer unter die Lupe und fordert: „Landjugendliche möchten sich aktiv an der nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume beteiligen.“ Daher müssen Netzwerke so beschaffen sein, dass Landjugendliche ihre Interessen, Bedürfnisse und Ideen einbringen und mitbestimmen können.

„Es braucht attraktive Beteiligungs- und Vernetzungsformen“, sagt KLJB-Bundesvorsitzende Karin Silbe. „Die Bedeutung von starken Netzwerken für die nachhaltige ländliche Entwicklung und eine selbst organisierte und aktivierende Jugendarbeit, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort führt, soll gestärkt werden. Die KLJB mit all ihren Ebenen ist ein intensives Netzwerk für Landjugendliche, lokal bis weltweit.“

Viele Jugendliche und junge Erwachsene verlassen ihre ländliche Heimat, um in den größeren Ballungsräumen ihr berufliches und privates Glück zu suchen. Prekär ist die Situation vor allem in strukturschwachen Regionen. Die Kljb-Forderungen beziehen sich auf gute Bildungschancen, Arbeitsplätze, regionale Wirtschaftskreisläufe, eine lebensnahe Kirche, medizinische Versorgung, Jugendräume, Dorfläden und andere Dienstleistungen.

Gemeinsam mit Menschen verschiedener Generationen und Kulturen sollen die Dörfer aktiv mitgestaltet werden, damit das Leben auf dem Land für möglichst viele Menschen attraktiv bleibt oder bald wird.

Vorteile auf dem Land

Markus Wilms schätzt die Vorteile, die das Landleben ihm bietet. „Der Zusammenhalt ist persönlicher. Hier kennt man seinen Nachbarn noch“, sagt er. Den 25-Jährigen zieht es so schnell nicht in die Stadt.

Nun versucht er dieses Lebensgefühl an andere Jugendliche weiter zu geben. Bei der IGW hofft er auf viele Ansprechpartner und junge Erwachsene, die ähnlich denken wie er. Denn er möchte ein Netzwerk schaffen – ein Netzwerk auf dem Land.

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