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Jugendhilfeausschuss: Mehr Geld für Tageseltern

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. Tageseltern bekommen rückwirkend zum 1. August mehr Geld pro Kind. Diesem Vorschlag der Hückelhovener Stadtverwaltung stimmte der Jugendhilfeausschuss auf seiner jüngsten Sitzung im Rathaus einstimmig zu.

Seit vier Jahren waren die Vergütungssätze nicht mehr gestiegen. Die Bedeutung der Kindertagespflege sei nicht zu unterschätzen. „Nur durch den Einsatz der Tagesmütter und –väter kann der Rechtsanspruch der U3-Betreuung in Hückelhoven erfüllt werden“, betonte Kämmerer Helmut Holländer.

Gerade für die Randzeitenbetreuung – also die Zeiträume, die durch Schule und Kita nicht abgedeckt sind – spielt die Kindertagespflege eine bedeutende Rolle. Deshalb wird die Zahl der Kindertagespflegeplätze in Hückelhoven von bisher 49 auf 72 erhöht und deckt rund ein Drittel des Platzangebotes für Kinder unter drei Jahren ab.

Die Kindertagespflege ist bei Eltern beliebt, weil die Betreuung im familiären Rahmen der Kleingruppe stattfindet und die Betreuungszeiten individuell und flexibel geplant werden können. Die Tageseltern dürfen nie mehr als fünf Kinder zur selben Zeit betreuen, wie Margit Jöris vom Jugendamt ausführte. Die Tageseltern sind für ihre Aufgaben qualifiziert und werden regelmäßig kontrolliert. Je nach Qualifikationsstufe betrug der Pflegesatz pro Kind bislang zwischen 2,10 und 4,20 Euro. Ab dem neuen Kindergartenjahr werden die Sätze auf 2,30 bis 4,60 Euro erhöht. In der Qualifikationsstufe eins sind Verwandte bis zweiten Grades erfasst, die sich um das Kind kümmern du eine Pflegeerlaubnis besitzen. Bei Qualifikationsstufe vier muss schon eine abgeschlossene Ausbildung zum Erzieher oder ein Studium der Sozialarbeit oder Sozialpädagogik vorliegen. „Reich werden kann man damit immer noch nicht“, betonte Jöris. Trotzdem soll durch die Erhöhung des Satzes der Beruf attraktiver gemacht werden.

Denn ohne Tageseltern geht es nicht, und das nicht nur in Hückelhoven. Davon wussten Silvia Calis und Thomas Vervoort zu berichten. Beide sind als Tageseltern in Hückelhoven tätig und hatten sogar schon Anfragen aus dem Neusser Raum. Vervoort ist ausgebildeter Erzieher und betreut neben seinen beiden Söhnen fünf Kinder. Er schilderte einen Tagesablauf, der schon kurz nach sechs Uhr morgens beginnt und den Betreuer ziemlich auf Trab hält. Dabei sei es sehr wichtig, dass das Kind sich für den Betreuer entscheidet und sich wohlfühlt.

Das bestätigte Jöris, die versicherte, bisher sei für jedes Kind noch eine passende Betreuung gefunden werden. Vervoorts Kollegin Calis berichtete von der engen Bindung, die sich im Laufe der Zeit zwischen Eltern, Kind und Betreuer entwickelt. „Die Kinder bestimmen den Tagesablauf bei mir entscheidend mir“, erläuterte sie.

Das geht natürlich an den Beteiligten nicht spurlos vorbei. So lädt sie immer noch regelmäßig ehemalige Pflegekinder zum Basteln und Backen ein, weil sie den Kontakt zu ihren ehemaligen Schützlingen gerne aufrecht erhält. Sie hofft, dass das Thema Tagespflege „in den Köpfen der Menschen ankommt“ und auch besser bezahlt werde. Dafür machte der Ausschuss mit seiner Empfehlung an den Rat den Weg frei. Die Erhöhung der Entgelte wurde zwischen den fünf Jugendämtern im Kreis beschlossen und muss noch die politischen Gremien passieren.

2012 wurden für die Kindertagespflege rund 185.000 Euro ausgegeben. In den aktuellen Haushalt wurden dafür 260 000 Euro eingestellt. Nach der Erhöhung der Sätze werden rund 313.000 Euro bis zum Jahresende fällig.

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