Erkelenz-Katzem - Jubiläum in Katzem: Sakralbau wird 150

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Jubiläum in Katzem: Sakralbau wird 150

Von: hewi
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In Katzem wurde das 150-jährige Bestehen der Kirche „St. Mariae Empfängnis“ gefeiert. Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen überreicht ein Erinnerungsbild an die Geistlichen Alois Hüring (links neben Jansen) und Pfarrer Werner Rombach.

Erkelenz-Katzem. So voll wie an ihrem Geburtstag hatte man die Kirche St. Mariä Empfängnis lange nicht mehr gesehen. Genau vor 150 Jahren, am 16. März 1864, wurde die Kirche eingeweiht. Zuvor hatten alle Katzemer das Unmögliche wahr gemacht und die Kirche mit eigenen Mitteln gebaut.

Vorher hatte Katzem zur Pfarre Lövenich gehört. Ein Umstand, der später wegen des Streits um die Ablösesumme indirekt Ursache für die traditionelle Rivalität zwischen den beiden Orten sein sollte.

Diese und weitere Geschichten um den Bau der Kirche wusste Theo Schläger beim Festgottesdienst zu berichten. Den Entschluss, etwas für die eigene Kirche zu tun, hatten die Katzemer 1858 gefasst – und gleich einen „Sammelverein“ für das Projekt gegründet.

Auch Eigenleistung war gefragt. So wurde der „Bocketsböösch“ (Buchholzbusch) südlich von Katzem gerodet und in Ackerland umgewandelt. Der Erlös floss in den Baufonds. Selbst die Ziegelsteine brannten die Katzemer selbst, um die Baukosten so niedrig wie möglich zu halten. Trotzdem sollte der Bau rund 12.000 Taler kosten, 4000 Taler mussten an die Lövenicher Pfarre gezahlt werden.

„Das muss ein Gefeilsche gewesen sein wie heute in der Bundesliga“, betonte Schläger. Danach reichte es auch erst einmal nur für das Kirchenschiff. Mit dem Turm musste man bis 1909 warten, doch dann war die Kirche „vollständig“. Allerdings nur kurz, denn nach dem Zweiten Weltkrieg war aufgrund der Beschädigungen an dem Gebäude erneut Gemeinschaftssinn gefragt, um den neugotischen Bau wieder herzurichten. Mit der Fusion 2010 hat St. Mariä Empfängnis den Status der Pfarrkirche verloren.

„Wir feiern zwar den Bau, doch eigentlich eher das Zuhause“, erklärte Schläger. „Kirche ist eigentlich ein Gefühl, nicht totes Gemäuer.“

Die Messe wurde von Pastoraladministrator Werner Rombach und Pastor Alois Hüring abgehalten. Ein Haus braucht ein gutes Fundament, um dem Sturm trotzen zu können, erklärte Rombach. Das Fundament dieser Kirche sei der Glaube und die Einsatzbereitschaft der Menschen.

Die erwähnte Rivalität zwischen den beiden Nachbardörfern Katzem und Lövenich scheint so schlimm nicht mehr zu sein. Der Gottesdienst wurde musikalisch von der seit Jahren funktionierenden Chorgemeinschaft Katzem-Lövenich und der Vokalgruppe „Patchwork“, beide unter der Leitung von Theo Schläger, gestaltet. Die Kompositionen stammten aus Schlägers Feder und waren eigens für den runden Geburtstag der Kirche geschrieben worden.

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