Waldfeucht - Ist es eine alte Schlacht unter neuer Flagge?

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Ist es eine alte Schlacht unter neuer Flagge?

Von: Rainer Herwartz
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Die Tür zum Waldfeuchter Rathaus (im Hintergrund) ist weit geöffnet. Ob es der FDP gelingt, sie zu durchschreiten, wird er 25. Mai zeigen. Foto: Rainer Herwartz
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FDP-Vorsitzender Bernd Jütten glaubt an das Fachwissen seiner Mitstreiter.

Waldfeucht. Bei der letzten Europawahl, so sagt Bernd Jütten, habe es in Waldfeucht nicht einmal eine FDP gegeben. Und dennoch hätten die Liberalen hier 13 Prozent der Stimmen geholt. „Das ist für uns ein Ansporn, dies auch bei der Kommunalwahl zu schaffen.“

Schon seit mehreren Legislaturperioden habe es im Rat der Gemeinde Waldfeucht keinen liberalen Mandatsträger mehr gegeben, doch das soll sich nach dem 25. Mai unter seiner Führung als Vorsitzendem ändern, hofft der 44-Jährige. Dass die bunte Truppe um Jütten mit Norbert Tholen, Markus Höninger und Ralf Kretschmann bei der letzten Wahl noch in den Reihen der CDU ihre politische Heimat sah, soll dabei keine Rolle spielen. Gleichwohl möchten die neuen Liberalen in der Gemeinde nun die absolute Mehrheit der Christdemokraten knacken.

„Der Grund für meinen Austritt aus der CDU vor fünf Jahren lag zum einen in Absprachen, die nicht eingehalten wurden und Süppchen, die im Hintergrund durch gewisse Seilschaften gekocht wurden. Dadurch, dass die CDU in der Vergangenheit stets die absolute Mehrheit bei den Wahlen erzielte, sah auch niemand die Notwendigkeit, etwas daran zu ändern.“ Das sähen übrigens die anderen „Konvertiten“ genauso. „Weitere sechs Jahre CDU-Mehrheit ist unser Untergang. Die Sicherheit, gewählt zu werden, macht offenbar träge.“

Verständnis gefunden

In dem früheren FDP-Kreisvorsitzenden Felix Beckers habe er jemanden gefunden, „der Verständnis für unsere Situation hatte“, beschreibt Jütten, was nach seinem CDU-Austritt weiter geschah. „Er sicherte mir freie Hand bei allen die Gemeinde Waldfeucht betreffenden Themen zu. Außerdem waren wir in der Lage, uns mit einigen Positionen der Liberalen, die sich zu der Zeit noch in Regierungsverantwortung auf Bundesebene befanden, zu identifizieren.“

Die Stärkung des Mittelstandes, die sich die FDP auf die Fahnen geschrieben habe, gehöre zweifellos dazu. Ebenso wie die Deckung des Energiebedarfs nur im Einklang mit Mensch und Natur. Dennoch macht Jütten deutlich, dass nicht die Parteiideologie der Liberalen die entscheidende Rolle bei der Wiederbelebung eines FDP-Ortsverbandes unter seiner Führung gespielt habe. „Wir vertreten die kommunalen Interessen und schieben nicht die liberalen Interessen in den Vordergrund.“ Was nun diese Interessen angeht, hat Jütten klare Vorstellungen. „Für uns ist das erste Ziel, die Neuverschuldung zu stoppen und mittelfristig die Schulden abzubauen.“ Möglichkeiten sieht er hierfür zum Beispiel in der Gemeindeverwaltung selbst oder im Hinblick auf das Schwimmbad.

Das Minus von 400.000 Euro, das hier Jahr für Jahr entstehe, könne eventuell gemildert werden, wenn es gelänge, das Schulschwimmen der Gangelter und Selfkänter nach Waldfeucht statt nach Sittard zu verlegen. Denkbar sei auch, dass man von allen Waldfeuchtern einen gewissen Obolus erhebe im Gegenzug zu freiem Eintritt im Bad, von den übrigen Badegästen hingegen fünf Euro kassiere. Da generell nur ein Drittel der Badegäste aus der Gemeinde stammten, müsse auch über eine etwaige Attraktivitätssteigerung nachgedacht werden. Grundsätzlich gelte in puncto Sparen: „Wir müssen jeden Stein umdrehen.“ Dass die FDP auf diesem Weg die Jugend mitnehme, macht Jütten durchaus stolz. Immerhin seien fünf der 15 Direktkandidaten erst 18 Jahre alt.

Es stellt sich zwangsläufig die Frage, mit welchem Verwaltungschef die Liberalen, so sie denn in den Rat kämen, die Zukunft der Gemeinde lieber angehen wollen. „Schrammen ist mehr der volksnahe Bürgermeister, und von Helden als Verwaltungsfachmann besitzt auf dem Gebiet mehr Kompetenz“, lässt Jütten recht unmissverständlich sein Wunschergebnis erahnen. Auch der frühere Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes, dem Jütten bei der letzten Kommunalwahl noch angehörte, hatte sich seinerzeit gegen die Mitgliedermehrheit für von Helden und gegen Schrammen ausgesprochen. Vergeblich. Fast könnte man denken, dass hier eine alte Schlacht unter neuer Flagge ausgefochten wird.

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