Indener Feuerwehr wird zum Zündstoff

Von: Guido Jansen
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Der Brandschutzbedarfsplan für die Gemeinde Inden wird zur Ursache für den nächsten politischen Streit. Symbolbild: dpa

Inden. Ein Ergebnis steht schon fest, bevor die nächste Ratssitzung der Gemeinde Inden am 21. September beginnt. Die große Koalition aus CDU und SPD sowie die Fraktion der Grünen nehmen die Neuauflage des Brandschutzbedarfsplans von der Tagesordnung. Das haben sie in der Hauptausschusssitzung am Donnerstag angekündigt.

Dass Entscheidungen verschoben werden, ist in Inden nicht neu. Es wäre sogar erstaunlich, wenn Beschlüsse gefasst werden, ohne dass es vorher zum Streit zwischen Bürgermeister Jörn Lange­feld auf der einen und den drei Fraktionen auf der anderen Seiten kommt. Oft bemängeln die Fraktionen fehlende Informationen, Langefeld widerspricht dem dann. So geschehen bei jeder Haushaltsberatung seit Langefelds Amtsantritt vor zwei Jahren.

Die Causa Brandschutzbedarfsplan steht im Dauerstreit für eine neue Qualität. Langefeld hat die nächste Ratssitzung am 21. September aus dem Ratssaal in die Bürgerhalle verlegt. „Sie können den Feuerwehrleuten dann gerne erklären, warum sie den Brandschutzplan wieder vertagen. Die Feuerwehr wird nämlich in großer Stärke vor Ort sein“, wusste Lange­feld.

Auf die eindringlichen Appelle der drei Fraktionen, den Punkt von vornherein von der Tagesordnung zu nehmen, ließ sich Langefeld nicht ein. Die Fraktionen fühlen sich offenbar öffentlich vorgeführt vor einer Art Tribunal. Sie befürchten möglicherweise, dass das Vertagen der Neufassung des Brandschutzbedarfsplans als Geringschätzung der Arbeit der Feuerwehr ihrerseits aufgefasst werden könnte. CDU, SPD und Grüne betonten, dass sie den Plan verabschieden werden, allerdings erst in der Ratssitzung im Dezember. Vorher wollen sie sich noch einmal mit dem Wehrleiter der Gemeinde zusammensetzen, um abzusprechen, welche Investitionen mit Priorität erfolgen müssen. Das sei aber bis zum 21. September nicht möglich, da der Wehrleiter im Urlaub sei.

Langefeld entgegnete, dass es Gespräche im Vorfeld gegeben habe und der Plan ohne ein weiteres Treffen beschlossen werden könne. „Wir brauchen hier noch einmal einen Expertenrat und nicht Ihre Meinung“, entgegnete Josef-Johann Schmitz (SPD), der Langefeld zudem vorwarf, die Feuerwehr vor den Ratsmitgliedern über Verlegung der Sitzung in die Bürgerhalle informiert zu haben. „Sie haben die Feuerwehr ohne Grund aufgewiegelt“, warf Schmitz dem Bürgermeister vor. CDU-Mann Reinhard Marx stimmte zu, sprach von einem „sturen Verhalten“ Langefelds, das zu Dissonanzen führe. „Das ist eine Frechheit. Solche Unterstellungen verbitte ich mir“, reagierte Langefeld. „Der Plan ist beschlussreif, das war auch beim Haushalt der Fall. Es ist Zeitverschwendung, mit Ihnen darüber zu reden.“ Solche Aussagen verbat sich wiederum Schmitz.

Der Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde Inden muss überarbeitet werden. Die Wehr braucht neue Fahrzeuge und neue Ausrüstung. Der Streit entzündet sich jetzt an der Frage, ob das im September oder im Dezember geschehen soll. „Dass der Plan neu gefasst werden muss, steht außer Frage. Aber es ist jetzt keine Gefahr im Verzug“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Rudi Görke. Den hatte Lange­feld schon vor der politischen Sommerpause mit einem Statement im Internet scharf kritisiert. „Aussagen des SPD-Fraktionsvorsitzenden, der bei der Anschaffung von Gerät von ‚Spielzeug‘ und bei der Tätigkeit von ehrenamtlichen Mitgliedern der Feuerwehr von ‚Hobby‘ spricht und die Feuerwehr zudem mit einem Sportverein vergleicht, sind in höchstem Maße despektierlich!“ Auf Nachfrage unserer Zeitung reagierte Görke empört. „Das ist eine Unverschämtheit. Das habe ich nie gesagt, das ist üble Nachrede.“

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