Heinsberg-Randerath - In Vendim Thaqis Händen lebt die Gitarre

In Vendim Thaqis Händen lebt die Gitarre

Von: Utz Schäzle
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Vendim Thaqi musizierte äußerst feinfühlig, mit perfekter Technik und mit nuanciertem und farbenreichem virtuosem Spiel in der evangelischen Kirche in Randerath. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg-Randerath. Die Besucher in der evangelischen Kirche in Randerath erlebten ein spannendes und abwechslungsreiches Konzert des aus dem Kosovo stammenden Gitarristen Vendim Thaqi. Eine Vielfalt verschiedener Klangfarben und eine erstaunliche dynamische Breite entlockte er seinem Instrument.

 Die Musik der Gitarre ist wahrlich nicht leise oder gar langweilig, und so nahm der junge Künstler sein Publikum mit gekonnten Interpretationen mitten hinein in die Klangwelt südamerikanischer und europäischer Musik.

Das Konzert wurde eröffnet mit Musik aus dem 16. Jahrhundert, mit einer Pavana und einer Fantasia des Komponisten Luis de Milan (1500-1561). Beide Kompositionen sind einfache Melodien aus der Zeit der Renaissance. Durch geschickte Wechsel der Melodieführung und ein filigranes Spiel gelang eine hervorragende Transparenz der Polyphonie.

Gaspar Sanz (1640-1710), ein spanischer Gitarrist und Komponist des Barock, schrieb das erste Lehrwerk für Gitarre. In seiner Suite „Espanola“ hat er spanische Folklore wohlklingend verarbeitet. In den Variationen über ein Thema von Mozart Op. 9, verarbeitet vom einflussreichsten Gitarristen des 19. Jahrhunderts, Fernando Sor (1778 – 1839), wurde ein Leitthema aus der „Zauberflöte“ verwendet. Mit seinem Gitarrenspiel, erfüllt von tiefer Musikalität, technisch lupenrein und stilistisch ohne Schnörkel, leitete Vendim Thaqi über zu Gitarrenmusik des 20. Jahrhunderts von Manuel de Falla (1876-1946 ) und Francisco Tarrega (1852-1909).

Das Konzert wurde zu einer Hommage an die große spanische Gitarrenkunst. Zu hören waren Werke von Miguel Llobet, Frederico Moreno Torroba und Joaquin Rodrigo.

Der Solist musizierte äußerst feinfühlig, mit perfekter Technik und mit nuanciertem und farbenreichem virtuosem Spiel. Er zeichnete sowohl rhythmische wie auch stimmungsvolle Impressionen.

Vendim Thaqi wurde 1990 in Gjakova/Kosovo geboren. Anfang der 1990er Jahre ist die Familie Thaqi nach Deutschland und später nach Belgien gezogen, wo Vendim Thaqi gegen Ende 2005 seinen ersten musikalischen Unterricht auf der E-Gitarre erhielt. Er spielte in diversen Rockbands und besuchte die städtischen Musikakademien in Eupen und Welkenraedt, in denen er ab 2006 bei Helene Dütz die klassische Gitarre spielen lernte.

Im Oktober 2010 begann das Gitarrenstudium bei Prof. Hans Werner Huppertz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Aachen. Seitdem ist er in genreübergreifenden Projekten zu hören (im Duo jeweils mit Gesang & Geige, Jugendzupforchester NRW Rockband „Autumn Colours“). Zudem ist er als Pädagoge in der Music Academy Aachen tätig und arbeitet ehrenamtlich im Kulturverein „Chudoscnik Sunergia“ in Eupen.

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