Wegberg-Merbeck - In Merbeck ist jetzt alles wieder „piccobello“ rein

CHIO-Header

In Merbeck ist jetzt alles wieder „piccobello“ rein

Von: mb
Letzte Aktualisierung:
7382243.jpg
Selbst das nur wenig frühlingshafte Wetter kann keinen der Freiwilligen von der Müllsammelaktion in den Wegberger Ortschaften Merbeck, Venheyde und Schwaam abhalten. Foto: Baltes

Wegberg-Merbeck. Sie stehen an der Merbecker Kirche. Die Wetterfesten, die Frühaufsteher, die Anpacker, die Ärmel-Hochkrempler, die Kümmerer. Sie haben die Schultern ein wenig hochgezogen, denn der typische niederrheinische Nieselregen jagt kalte Schauer über den Rücken – denn ein Temperatursturz von zehn Grad hat das sonnige Frühjahrswetter der letzten Tage jäh beendet.

Doch das kann niemanden der Anwesenden davon abhalten, mit der Müllsammelaktion in den Wegberger Ortschaften Merbeck, Venheyde und Schwaam zu beginnen. „Im vorigen Jahr bewegten sich die Temperaturen hart an der Frostgrenze, Müll haben wir trotzdem gesammelt“, erinnert sich Hermann-Josef Holz.

Herbert Mielcarek ist mit einem Kastenwagen vorgefahren und entlädt das nötige Werkzeug. Wer jetzt Schubkarren, Besen und Schaufeln erwartet, wird enttäuscht. „Uns geht es ja nicht um wilde Müllhalden“, erklärt er, „wir sammeln den ganz normalen Alltagsmüll, der an den Straßen herumliegt.“ Eine achtlos weggeworfene Getränkedose, ein klebriges Bonbonpapier, ein gebrauchtes Papiertaschentuch, eine leere Zigarettenschachtel – nichts ist vor den Greifern der Müllsammler sicher.

Die „Napper“ – so heißen die Geräte im Fachjargon – hat Mielcarek beim Bauhof der Stadt Wegberg geliehen, ebenso wie die grauen Müllsäcke, mit denen die Helfer ausgestattet werden. „Und uns geht es um die Signalwirkung“, ergänzt Andreas Theißen, „eine saubere Umwelt muss im Bewusstsein des Bürgers verankert werden.“

Schon Tage zuvor ist die Organisation der Müllsammelaktion im Dorfausschuss genau geplant worden, daher geht die Einteilung reibungslos und schnell. Am Dorfplatz in Schwaam haben sich zeitgleich weitere Helfer formiert, die den Merbeckern „entgegenkommen“.

Und die Helfer sind bestens informiert, über das, was im Dorf in Unordnung geraten ist. „Die Leiter wird ein Problem werden“, ertönt es aus dem Kreis der Arbeitswütigen. Mielcarek nickt. „Ich weiß, die stammt vom Sperrmüll und Kinder haben sie weggeschleppt. Da fahre ich nachher mit dem Auto vorbei.“

Alles, was von der Menge oder vom Aufwand her für die Helfer nicht zu bewältigen ist, wird dem städtischen Bauhof gemeldet. „Schon ganz lange“ pflegen die Merbecker die Tradition des Frühjahrsputzes in ihrem Dorf. „Zum 13. Mal“, raunt jemand über den Kirchplatz. Aber genau festlegen will sich keiner – hier geht’s ums arbeiten, nicht ums zählen. Wenn die Truppe ausgeschwärmt ist in Richtung Schwaam oder Tetelrath, Slipsbachweg oder Friedhof, dann wird es in und rund um Merbeck wieder „piccobello“ – und nur das zählt.

„Bis später – bei Socke“, verabschieden sich die perfekt ausgerüsteten Helfer von Mielcarek, der die übriggebliebenen Werkzeuge wieder in seinen Wagen räumt. „Socke“, damit meinen sie den Merbecker Grill. Um die Mittagszeit werden die Helfer dort zu einem Imbiss erwartet, den der Dorfausschuss spendiert. Denn man muss gut umgehen mit den Wetterfesten, den Frühaufstehern, den Anpackern, den Ärmel-Hochkremplern und den Kümmerern. Sie sind wertvoll und wachsen schlecht nach.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert