Erkelenz - In der Kriminalkomödie von Stefan Vögel geht‘s heiß her

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In der Kriminalkomödie von Stefan Vögel geht‘s heiß her

Von: Hans Latour
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In der Erkelenzer Stadthalle wurde das Theaterstück „Bella Donna“ aufgeführt. Foto: Koenigs

Erkelenz. „Männer sind so berechenbar“, das war der letzte Satz in der Kriminalkomödie „Bella Donna“, mit der jetzt die Theatersaison 2014/2015 eröffnet wurde. Und schon im Titel „Bella Donna“ dieses Lustspiels von Stefan Vögel , das das Ensemble Jacob-Schwiers aus Berg auf die Bühne brachte, kommt die Doppeldeutigkeit dieses Stückes zum Ausdruck.

Bella Donna heißt zum einen Schöne Frau, zum anderen ist dies aber auch der Name für das Gift der Tollkirsche. Die Story ist ebenso irre wie am Schluss überraschend: Die Kochbuchautorin Carmen Wolf hat die Angewohnheit, nach jeweils zwei Jahren ihre Männer mit Gift umzubringen. Vorher hat sie durch allerhand Mixturen die bedauernswerten Geschöpfe zu wahren Sex-Monstern gemacht.

Achtmal hat sie dieses makabere Spiel bereits getrieben, bis durch den unerwarteten Besuch ihrer Tochter Sabine einiges durcheinander gerät. Für zusätzliche Verwirrung sorgen Sabines Verlobter, dessen Vater und Carmens neuer Freund Martin, der sich überraschenderweise als Kriminalkommissar entpuppt, der seit einigen Jahren der Giftmischerin auf der Spur ist. Als er zum Schluss die Gläser vertauscht, von denen eines mit Bella Donna versetzt ist, hat sie die Gläser vorher schon umgetauscht. Wie gesagt: Männer sind so berechenbar.

Amüsant und witzig

Wenn auch manche Szene haarscharf am Klamauk vorbeischrammte, so war das Ganze doch äußerst amüsant, voller Witz und köstlicher Dialoge. Und auch so manchen Seitenhieb auf überkommene Sexualvorstellungen gab es – und manchmal schimmerte auch Makaberes durch die überdrehte Handlung, etwa als über Hochbeete gesprochen wurde, in denen verblichene Männer als Kompost und Dünger noch nützlich waren.

Und als beim Abspann die Hauptdarstellerin eine Art Mini-Hund präsentierte, der vorher hinter der Bühne mit gefährlichem Knurren als gefährliche Bestie vermutet wurde, die auch schon einmal heimgegangene Ehemänner ausbuddelte, kannte der Beifall keine Grenzen mehr.

Mit den Rollen identifiziert

Natürlich hängt ein solches Stück vor allem von den Darstellern ab. Und die schienen sich unter der Regie von Ellen Schwiers mit ihren Rollen identifiziert zu haben: Die Schwiers-Tochter Katerina Jacob spielte so etwas wie ein Sex-Monster. Liza Riemann war die Tochter Sabine, die Dank der Kräuter ihrer Mutter von der Jungfrau zur Sexbombe mutierte. Frank Hangen war der offensichtlich schon ins Jenseits beförderte vorletzte Freund, der aber überraschenderweise ziemlich zerrupft wieder auftauchte. Holger Schwiers gab den letzten Freund von Carmen Martin. Johann Anzenberger spielte den Freund Sabines, dessen Vater wurde überzeugend als leicht seniler Adeliger dargestellt.

Auch augenzwinkernd Philosophisches brachte das Publikum zum Nachdenken – darunter Weisheiten wie: „Die Wege des Herzens sind dem Wanderer unbekannt, aber dennoch muss er sie gehen.“ Und zwischendurch gab es immer wieder Beifall, glucksendes Lachen oder vergnügtes Schmunzeln.

Musikalisch wurde das Ganze begleitet von dem alten Volkslied „Du, du liegst mir im Herzen“, was sich bei diesem Stück auch umformulieren ließe in „Du, du liegst mir unter den Rabatten“.

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