Erkelenz - Immerather Mühle als Heimatmuseum für Umsiedlung?

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Immerather Mühle als Heimatmuseum für Umsiedlung?

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:

Erkelenz. Im Rahmen der tagebaubedingten Umsiedlung ist auch die Diskussion um ein Heimatmuseum als Ort der Erinnerung für die Umsiedlungsorte aufgekommen. Einen Antrag für die Schaffung eines Ortes der Erinnerung hat die CDU-Fraktion im Rat eingebracht.

Dabei wurde auch schon an die Immerather Mühle gedacht, die in Immerath (neu) nachgebaut und um Originalteile der alten Mühle ergänzt werden soll. Die Grünen sprechen sich dafür aus, die Themen Heimatmuseum und Ort der Erinnerung voneinander zu trennen und erst einmal über ein Konzept nachzudenken, wie das Heimatmuseum aussehen könnte und wo es angesiedelt werden sollte.

Hans Josef Dederichs spricht sich in diesem Zusammenhang für einen Standort im Erkelenzer Zentrum aus. Man müsse prüfen, welche Möglichkeiten in der Innenstadt bestehen, lautet seine Position. „Und man sollte die Umsiedlung nicht zum Kernpunkt eines Heimatmuseums machen“, betont er. Denn für die heutige Generation ist die Umsiedlung und der damit verbundene Verlust der alten Ortschaften ein einschneidendes Thema.

Doch müsse man bei einem Museum auch langfristig denken, denn die kommenden Generationen werden an den Umsiedlungsstandorten ihre Wurzeln geschlagen haben und diese als Heimat empfinden. „Ein Ausstellen verstaubter Reliquien“ sei sicher der falsche Weg, so Dederichs. Vielmehr könne das Thema Tagebau auch aktiv angegangen werden. „Den zukünftigen Generationen sollte der Irrsinn, der durch die Energiegewinnung im Braunkohletagebau mit seinen negativen Folgen für die Bürger vor Augen geführt werden“, erklärt er und plädiert für eine umfassende Diskussion und die Erarbeitung eines Konzeptes.

Die Orte der Erinnerung sollten in den jeweiligen Umsiedlungsorten entstehen, wo sich die Bewohner an das erinnern können und sollen, was sie einmal aufgeben mussten. Die Identifikation mit den Ortschaften sei weniger an Gebäuden orientiert als an dem sozialen Miteinander in den Vereinen und Nachbarschaften. Schon heute wird das Thema in den Umsiedlerforen diskutiert. In diesem Punkt herrscht zwischen CDU und den Grünen Einigkeit.

Rainer Merkens von der CDU plädiert für einen Ort der Erinnerung, um die jahrelange Arbeit der Bürgerinitiativen für den Erhalt ihrer Heimat zu dokumentieren. „Es muss dokumentiert werden, dass hier über Jahrhunderte gewachsene Ortschaften dem Hunger nach Energie weichen mussten. Ein Heimatmuseum wäre dafür sicher nicht der geeignete Ort“, ist er sicher. „Ein Ort der Erinnerung ist jedoch richtig und wichtig.“

Daher befürwortet er die Diskussion um das Thema, das nun mit Inhalten und einem Konsens gefüllt werden müsse. Der Antrag, den die CDU im Rat eingereicht hat, ist ein erster Schritt, dem weitere folgen sollen.

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