Immer mehr Amos-Mitarbeiter sind selbst bedürftig

Von: anna
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Johannes Eschweiler, Vorsitzender von Amos, und Geschäftsführerin Elfi Brockhoven mit dem maroden Kühlwagen des Vereins. Foto: anna

Heinsberg-Oberbruch. Über die vielfältigen Aktivitäten des Oberbrucher Hilfsvereins Amos berichtete dessen Vorsitzender, Pastoralreferent Johannes Eschweiler, bei der Jahreshauptversammlung im Dechant-Sauer-Haus in Oberbruch. Dabei ging er zunächst auf den Amos-Laden ein, in dem Lebensmittel an arme und arbeitslose Menschen ausgegeben werden.

Pro Ausgabe, drei pro Woche, kämen zwischen 40 und 70 Personen, zu Beginn eines Monats weniger, am Ende mehr, sagte Eschweiler. „Es sind mittlerweile auch viele jüngere Familien, die zum Amos-Laden kommen.“ Und immer mehr der ehrenamtlichen Mitarbeiter seien selbst bedürftig. Es sei wichtig für die Zukunft, mehr Geschäfte zu gewinnen, die Lebensmittel zur Verfügung stellen würden. Aber auch neue Mitarbeiter würden gebraucht. Am dringendsten aber benötigt der Verein einen neuen Kühlwagen, da der vorhandene arg in die Jahre gekommen ist.

Im Arbeitslosenzentrum gehe die Entwicklung derzeit wieder bergauf. Nachdem man für das Frühstück aus finanziellen Gründen um eine Spende gebeten habe, seien die Besucherzahlen zunächst eingebrochen, so Eschweiler. Montags bis freitags, von 9 bis 11 Uhr, kommen jetzt zwischen 15 und 20 Personen zum Frühstück. Auch die kostenlosen Bildungsangebote im Anschluss an das Frühstück würden gut angenommen. „Die Zusammenarbeit mit der Arbeitslosenberatung, mit Danuta Dorosc, läuft gut, wird aber zu wenig in Anspruch genommen“, stellte der Vorsitzende fest.

Nicht unerwähnt ließ Eschweiler in diesem Zusammenhang das monatliche Frühstücksangebot für die 60 Schüler der Don-Bosco-Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Seit Beginn des Jahres bietet Amos-Geschäftsführerin Elfi Brockhoven in Kooperation mit dem Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Mönchengladbach und Heinsberg sowie mit der GdG Heinsberg-Oberbruch im Dechant-Sauer-Haus weitere Kurse an, zu Themen wie Computer, Kochen oder Sprache.

Weiter berichtete Eschweiler über die beiden Amos-Shops in Oberbruch und Hilfarth, den Sozialkaufhäusern des Vereins, die vor allem gebrauchte Bekleidung zum Verkauf anbieten. In Hilfarth gebe es nach wie vor Probleme, führte der Vorsitzende aus. Der Vorstand habe sich im vergangenen Jahr viele Geschäftslokale in Hückelhoven angeschaut, um einen besseren Standort zu finden. Das sei bisher nicht gelungen. „Wir sind aber mit dem Bürgermeister von Hückelhoven diesbezüglich im Gespräch und hoffen, bald ein besser gelegenes Ladenlokal anmieten zu können“, so Eschweiler. „Ansonsten sollten wir uns in einem anderen Ort im Kreis Heinsberg umschauen.“


Neu ist der „Ort der Begegnung“ (OdB), der neben dem Eingang zum Friedhof an der Roermonder Straße in Erkelenz entstanden ist. Hier kooperiert der Verein Amos mit der Pfarrei St. Lambertus in Erkelenz, darüber hinaus mit dem Bistum und mit der katholischen Kirche in der Region Heinsberg. Seit der Eröffnung im November vergangenen Jahres bietet der OdB jeden ersten und dritten Dienstag im Monat ab 9 Uhr ein Frühstück vor allem für arbeitslose Menschen und jeden Donnerstagnachmittag einen Spielenachmittag.

2012 habe der Verein Amos bis zu 15 bezahlte Mitarbeiter gehabt, berichtete Eschweiler. Für die meisten von ihnen gehe es darum, aus langer Arbeitslosigkeit heraus wieder in den Arbeitsmarkt vermittelt werden zu können. „Zwischenzeitlich hat die hohe Zahl der Beschäftigten dazu geführt, dass wir ein hohes Maß an Eigenleistung erbringen mussten, verbunden mit der Sorge, ob wir das auf Dauer überhaupt finanzieren können“, räumte der Vorsitzende ein. Auch stelle sich immer wieder die Frage, ob der Verein die vorgegebenen Ziele der Integration in den Arbeitsmarkt überhaupt erfüllen könne.

Mit Johannes Schröders, Pädagoge und Lehrer im Ruhestand, habe man jedoch mittlerweile einen ehrenamtlichen Mitarbeite gewinnen können, der die bei Amos Beschäftigten begleite und zusammen mit Elfi Brockhoven entsprechende Bildungsangebote plane. „Wir wollen dazu ein neues Projekt beginnen, um die Jobsuche auch für andere Arbeitslose zu begleiten“, so Eschweiler.

Weiter steht für dieses Jahr zum Beispiel eine Verbesserung des Spendenaufkommens mit dem Ziel einer längerfristigen Absicherung auf dem Programm. Darüber hinaus sind Kooperationsvereinbarungen mit Kirche und Caritas geplant.


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