Radarfallen Blitzen Freisteller

Im Theater „Hin&Weg.sehen“: Erkennen, dass Rechts nicht Recht ist

Letzte Aktualisierung:
8457184.jpg
Das hervorragende Spiel der Schauspieler der Gruppe Theaterspiel und die spannende Geschichte zogen das Publikum in der Gesamtschule in ihren Bann.

Wassenberg. „Das Stück hat wirklich gut gezeigt, wie falsch rechtes Denken ist. Ich verstehe jetzt noch weniger, wie man solche Parteien wählen kann“, lässt Thorsten Friederichs aus der Klasse 9 erkennen, welchen Beitrag ein gutes Theaterstück zur politischen Meinungsbildung leisten kann.

Die Gruppe „Theaterspiel“ aus Witten präsentierte das Stück „Hin&Weg.sehen“ vor allen 180 Schülern des 9. Jahrgangs der Betty-Reis-Gesamtschule.

1995 von Beate Albrecht gegründet, reflektiert Theaterspiel als ein mobiles Theater, aktuelle Themen und gesellschaftliche Fragestellungen: In den meist selbstentwickelten Stücken werden diese in spannende und authentische Geschichten überführt, die sich, wie „Hin&Weg sehen“ zeigt, nahe an der Realität bewegen.

In dem Stück geht es um Sem und Juli. Beide waren füreinander bestimmt, doch dann ist alles anders gelaufen. Beide suchen ihre Heimat in unterschiedlichen Lagern. Juli rutscht in die rechte Szene ab, Sem bleibt bei seinen Freunden mit Migrationshintergrund. So liegen ihre Cliquen miteinander im Clinch: Verletzungen, Mobbing und Vorurteile bestimmen ihren Alltag.

Rechtsradikale Schläger und deren menschenverachtendes Gedankengut lassen die Situation immer weiter eskalieren. Während Sem und seine Freunde um ihr Leben fürchten, denkt Juli immer noch, dass sie für die rechte Sache kämpft. Bis sie schmerzlich erkennen muss, dass Rechts nicht Recht ist. Doch diese Erkenntnis kommt für Sem zu spät, in einem emotionalen Wortgefecht löst sich aus Julis Pistole ein tödlicher Schuss. Mit Sems Tod erlischt auch die Hoffnung auf ein mögliches schnelles Ende der rechten Gewalt auf der Straße.

Nah am echten Leben, zeigte das Stück die Folgen falscher Ideologie auf und ermutigt damit, Zivilcourage zu zeigen. Das betont auch Schülerin Anna Lea Keip: „Das tragische Ende Sems und die Tatsache, dass nicht klar wird, wie es auf der Straße weitergeht, regt zum Nachdenken an und bewirkt, dass man das Stück so schnell nicht vergessen wird.“ Dazu trug sicherlich auch das hervorragende Spiel der drei Schauspieler bei, die ihr Publikum in den Bann zogen. Schülerin Anna Meerts sagte: „Auch das Bühnenbild passte gut. Das Schildern von Ereignissen auf der Straße, wirkte dadurch, dass Fenster geöffnet wurden, sehr authentisch.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert