Kreis Heinsberg - Im Kreis Heinsberg gibt es 15.055 registrierte Waffen

Im Kreis Heinsberg gibt es 15.055 registrierte Waffen

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Bundesweit befinden sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ über das neue Nationale Waffenregister 5,4 Millionen Waffen legal in Privatbesitz. Die Zahl der illegalen Schusswaffen in Deutschland schätze die Polizeigewerkschaft auf bis zu 20 Millionen Euro. Im Kreis Heinsberg sind aktuell 15.055 Waffen registriert, die sich in der Hand von 3205 Waffenbesitzkarteninhabern befinden.

Es handelt sich dabei um 4347 Kurzwaffen und 10 708 Langwaffen. Diese Zahlen gab am Montag auf Anfrage ­Daniela Ritzerfeld bekannt. Die Kreisoberrechtsrätin ist stellvertreten­de Direktionsleiterin für Zentrale Aufgaben bei der Kreispolizeibehörde und als Dezernentin unter anderem für das Waffenwesen zuständig. Wie hoch ist die Dunkelziffer? An Spekulationen darüber wollte sich Polizeihauptkommissar Jürgen Heitzer aus der Pressestelle nicht beteiligen.

Die Einführung des Waffenregisters gilt als Reaktion der Politik auf den Amoklauf von Winnenden mit insgesamt 16 Toten im Jahr 2009. Eine Richtlinie der Europäische Union aus dem Jahr 2008 verlangte aber ohnehin von jedem Mitgliedsstaat den Aufbau eines solchen Registers bis spätestens Ende 2014. Geführt wird es in Deutschland vom Bundesverwaltungsamt, mit Vorteilen für alle beteiligten Behörden, wie Ritzerfeld und Heitzer betonten. Wurden die Daten bislang nur dezentral geführt und Anfragen bei anderen Waffenbehörden aufwendig, so vereinfacht der Zugriff auf das Zentralregister nun beispielsweise die Verwaltungsarbeit beim Umzug eine Waffenbesitzers. Aber auch im Falle eines brisanten Polizeieinsatzes kann nun rasch auf die Daten zurückgegriffen werden und geklärt werden, ob sich in einer Wohnung registrierte Waffen befinden könnten.

Die 15 055 Waffen befinden sich laut Ritzerfeld hauptsächlich im Besitz von Jägern und Sportschützen, von Erben und Sammlern, aber auch vereinzelte andere Besitzer, wie Bewachungsunternehmen, kommen hinzu. Bei der Umstellung auf das neue Waffenregister wurde eine neue Software (citko Waffe) installiert, die Daten wurden neu und detaillierter erfasst. Die Sachbearbeiter nahmen aber auch Kontakt mit 1700 sogenannten Altbesitzern auf, die ihre Waffen bereits seit den 70er-Jahren ihr Eigen nannten. Sie wurden darauf hingewiesen, dass sie – insbesondere was die sichere Aufbewahrung angeht – bestimmte Voraussetzungen beachten müssten. Auch 790 Erben von Waffen wurden kontaktiert. Da sei so manche längst vergessene Waffe auf dem Dachboden entdeckt worden. Viele Besitzer hätten nach der Devise reagiert: „Die habe ich noch, die brauche ich aber nicht mehr“.

557 Waffen abgegeben

So wurden alleine im vergangenen Jahr 557 Waffen bei der Kreispolizeibehörde Heinsberg abgegeben; in diesem Jahr wird mit einer vergleichbaren Zahl gerechnet. Sie werden von der Polizei vernichtet.

Bei der Erteilung einer Waffenbesitzkarte werde vieles mit Hilfe von Nachweisen nach Aktenlage entschieden, beispielsweise über Kaufbelege für Waffenschränke. Aber Schießvereine würden regelmäßig besucht, so Ritzerfeld. Bei neuen Anträgen für eine Waffenbesitzkarte würden auch die Bezirksbeamten der Polizei vor Ort informiert. Besuche bei Waffenbesitzern gebe es allerdings nur „stichprobenartig“, räumte sie ein. Dennoch gelte die Botschaft: „Jeder muss mit einer Kontrolle rechnen.“

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