Erkelenz-Holzweiler - Holzweiler: Investitionen in die Infrastruktur sollen her

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Holzweiler: Investitionen in die Infrastruktur sollen her

Von: Helmut Wichlatz
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Der Beratungs- und Gesprächsbedarf ist in Holzweiler groß: (v.l.) Johannes Oellers (Vorsitzender Dorfgemeinschaft), MdL Dr. Gerd Hachen und Jürgen Lynen (Dorfgemeinschaft). Foto: Wichlatz

Erkelenz-Holzweiler. Am Freitag gab es nach der Meldung aus Düsseldorf ein Feuerwerk, am Samstag manchen Kater zu verkraften. Am Sonntag kehrte wieder Alltag ein, und die Dorfgemeinschaft macht sich schon Gedanken über das „Wie“.

Wie geht es weiter in Holzweiler, jetzt, wo doch nicht abgebaggert wird? Jetzt heißen die Probleme auf einmal nicht mehr „Verhandlung“, „Entschädigung“ und „Umsiedlung“, sondern „Randlage“, „Sicherheitsabstand zum Loch“, „Feinstaub“ und „Infrastrukturförderung für einen lange vernachlässigten Ort“. Auch ist der genaue Verlauf der Abbaukante noch nicht geklärt, ebenso wenig die Zukunft der drei Höfe bei Holzweiler.

„Als ich die Nachricht erhalten habe, habe ich vor Freude geweint“, erklärt Dirk Heupts, Geschäftsführer der Dorfgemeinschaft. Trotzdem sei er skeptisch angesichts dessen, was in den vergangenen Monaten vorgefallen ist. Auch der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Johannes Oellers, vermutet noch „Haken und Ösen“. So ganz mag man dem Braten noch nicht trauen in Holzweiler.

MdL Dr. Gerd Hachen sieht noch eine Menge an ungelösten Fragen und Aufgaben. „Es ist noch nicht alles in trockenen Tüchern“, warnte er. Es müsse völlig neu geplant werden. Nicht nur der Verlauf der Tagebaukante, sondern auch der zu befüllende See, der im Restloch entstehen soll, wenn 2030 der Tagebau endet. Noch am Donnerstag, einen Tag vor der Meldung über die Verkleinerung des Tagebaus, habe nichts auf eine solche richtungsweisende Entscheidung der Landesregierung hingewiesen, betonte der Landtagsabgeordnete. Erst über den „Flurfunk“ habe man von der „Nacht- und Nebelaktion“ der rot-grünen Regierung erfahren. Hachen selbst wird die nun bevorstehenden Verhandlungen im Braunkohleausschuss nicht mehr führen können, denn er wurde von seinem Ortsverband nicht mehr für die Kommunalwahl aufgestellt, womit sein Mandat für den Ausschuss erlischt. Eine Entwicklung, über die er nach 30 Jahren Auseinandersetzung mit dem Thema Tagebau nicht glücklich ist, wie er einräumt.

Trotzdem sei er froh darüber, dass mit dieser Stellungnahme der Landesregierung mehr erreicht worden sei, „als wir uns zu träumen gewagt haben“. Die Sitzung des Ausschusses am 28. April wird seine letzte sein. Um die Details wird sich sein Nachfolger kümmern müssen, der nach der Kommunalwahl im Mai bestimmt wird. Und das sind einige.

Zum Beispiel die Nähe zum Loch. Die hundert Meter, die derzeit festgeschrieben sind, seien ein „Anachronismus“ und heute nicht mehr vertretbar. „Die Anrainer haben früher niemanden interessiert“, hob er hervor. Daher müsse sich die neue Leitentscheidung an dem bislang Erreichten orientieren. Eine entsprechende Regelung sei auch in dem Vertrag zwischen der Stadt Erkelenz und RWE nicht enthalten. Dann müsse man sich um die Infrastruktur des bislang vernachlässigten Ortes kümmern. Stichwort: Erdgasleitung und Glasfaser. Die waren nämlich erst für den Umzugsstandort geplant. Es muss auch geklärt werden, ob die drei Höfe außerhalb des Ortes erhalten bleiben. Auch darüber können erst nach dem Verfahren im Sommer 2015 konkrete Aussagen gemacht werden. Bislang handele es sich ausschließlich um eine „politische Willenserklärung“ der Landesregierung.

Die Energiewende einerseits und gleichzeitige sichere Energieversorgung auf der anderen Seite lasse sich auch mit einem verkleinerten Rahmenbetriebsplan bewerkstelligen, ist sich Hachen sicher. Auch mit einem Wegfall tausender Arbeitsplätze, wie ihn die IGBCE befürchtet, sei nicht zu rechnen. „Es wird eine spannende Zeit, bis eine Leitentscheidung im kommenden Jahr getroffen ist“, betont Hachen. Dass dabei noch alles möglich sei, sehe man auch daran, dass RWE von einem „ergebnisoffenen Prozess“ spreche. „Doch zurückrudern können sie jetzt nicht mehr“, ist er sich sicher.

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