Helmut Gote schwingt Kochlöffel in der Buchhandlung

Von: Anna Petra Thomas
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Ein Pilaw bestehend aus Basmatireis und Helmut Gotes geliebter „guten Butter“, gewürzt mit Koriander und Kreuzkümmel – da muss man doch einfach mal probieren. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Helmut Gote, der Radiokoch von WDR 2, zeigte in Heinsberg ein paar seiner Kniffs für die Küche. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Seine beiden Kochplatten hätte Helmut Gote eigentlich gar nicht selbst auf die Bühne tragen müssen, wenn‘s auch ganz nett aussah. Aber schon bei seinen ersten ausgesprochenen Worten erkannten ihn selbst all diejenigen, die ihm bisher beim Kochen im Radio, das er da tatsächlich gar nicht macht, nur zugehört haben.

Über ein ausverkauftes Haus freute sich der „kulinarische Journalist“, wie sich Gote selbst nennt, bei Station fünf seiner ersten Sechs-Städte-Tour durch das Sendegebiet von WDR 2. Dazu begrüßte ihn Buchhändler Marcus Mesche. „Dass ich in einer Buchhandlung koche, hat Premiere“, ergänzte Gote und staunte nicht schlecht über 200 Gäste, die im Verkaufsraum der Buchhandlung Gollenstede so gerade zwischen den Regalen Platz gefunden hatten.

Vor sieben Jahren habe er mit seinen Kochtipps im Radio begonnen, berichtete der Gast des Abends. „Einfach Gote“ sei völlig ernst gemeint. „Kochen ist einfach, wenn man weiß, wie‘s geht“, so sein Credo. „Und es wird immer besser, wenn man‘s drauf hat.“ Seine drei wesentlichen Tipps dafür: auf die Qualität der Zutaten achten, auf die Frische und auf die Sorgfalt beim Kochen.

Schwerpunkt seiner ersten kulinarischen Reise durchs Land waren die Gewürze. „Sie werden viel zu wenig berücksichtigt“, bemängelte er. Verbesserung sei da schon mit ganz kleinen Veränderungen möglich. Kerbel anstelle von Petersilie empfahl er: „Ganz leicht pfeffrig und mit einem ganz leichten Anisgeschmack.“

Gote nahm sein Publikum mit, weit zurück bis zur Erfindung des Verkaufsschranks für Gewürze von Karl Ostmann ins Jahr 1928. Es erfuhr, dass Licht und Wärme für Gewürze schädlich sind und lachte auch da herzlich über Gotes Kommentar, dass Gewürze nur noch „ein schwach aromatisiertes Niespulver“ sind, wenn sie in der Küche beidem ausgesetzt werden. Überhaupt ließ der Radiomann auch live nichts von dem Wortspiel vermissen, das ihn gehört so beliebt macht. Beispiel Zimtblüten: „Der Geschmack kommt so‘n bisschen um die Kurve und ist geheimnisvoll im Hintergrund.“

Anhand von Bildern setzte er seinen Ausflug durch die Gewürzwelt vor. Dass auch Macis, der Samenmantel des Muskatnussbaumes, ein schmackhaftes Gewürz ist und dass Safranfäden die Blütenstempel einer Krokusart sind, war da für einige Zuhörer sicherlich neu. Mit Safran verband Gote dann auch seinen Appell an den Kauf guter, biologischer Gewürze. Sie seien zwar teurer, aber dank ihrer Qualität brauche man oft nur noch ein Drittel davon, erklärte er.

Koriander und Kreuzkümmel

Nach der Pause machte sich Gote dann ans Kochen. Ein Pilaw sollte es werden, bestehend aus Basmatireis und seiner geliebten „guten Butter“, gewürzt mit Koriander und Kreuzkümmel, frisch zerkleinert in seiner Gewürzreibe. Beim Rühren verriet er, dass seine Rezepte nicht alle seine eigenen Ideen sind, sondern der Anstoß dazu oft aus Restaurantbesuchen kommt, und dann auch in seiner Küche zum Beispiel Sesamöl und frischer Ingwer im Salat „das Gurkenaroma ganz nach vorne schubsen“.

Sinnlichkeit und Lebensqualität

Vor allem aber waren nach zwei Stunden einfach nur Gote am Kochtopf alle überzeugt von der „Sinnlichkeit“ des Kochens, „die Lebensqulität ausmacht“. Nicht zuletzt, als Gote erzählte, dass er seine Rouladen nur in einem Topf zubereitet, den seine Großmutter schon von ihrer Großmutter geerbt hat.

Wie schon vor der Pause zwei Gäste seine frisch gerösteten Gewürze probieren konnten, lud er zwei weitere zum Probieren seines Pilaws auf die Bühne ein. Nach gelungener Kostprobe überließ er schließlich den Topf dem Publikum, das gerne probierte und dann auch gerne sein signiertes Kochbuch mit nach Hause nahm, ebenso wie weitere Rezepte und ein kleines Tütchen mit weißem und schwarzem Urwaldpfeffer aus Indien als Geschenk.

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