Heinsberger Schüler laufen für Hospital in Afrika

Von: Anna Petra Thomas
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Die jungen Fußballer in Gambia freuten sich natürlich vor allem über die Fußballtrikots aus Heinsberg. Repros: Anna Petra Thomas
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Die Leiterin der Vorschule, Buri Ba, freute sich über das T-Shirt der Realschule, das ihr deren Schulleiter Reinhard Welters mitgebracht hatte

Heinsberg. Soziales Engagement gehört an der städtischen Realschule im Heinsberger Im Klevchen zum Stundenplan dazu wie Mathematik oder Deutsch. Jeden Monat spendet jeder Schüler der Unesco-Projektschule dafür zehn Cent oder, wenn er möchte, auch mehr. Rund 1200 Euro kommen so in jedem Jahr zusammen.

Unterstützt werden damit derzeit vor Ort der Mittagstisch beider Kirchen für Schüler in Heinsberg und global der Verein Sena Nursery School in Erkelenz. Gegründet wurde dieser von Dr. Bernhard Janssen, einem 2009 verstorbenen Chirurgen des Erkelenzer Krankenhauses.

Schulbetrieb sichern

Ziel des Vereins war zunächst die Sicherung des Schulbetriebs der Vorschule „Sena Nursery School“ in Niumi Lamin im westafrikanischen Land Gambia. 2005 entstand eine Kühlhalle, um die Ernte vor raschem Verderb und Ungeziefer zu schützen. Weitere kleinere Projekte gingen einem großen voran, das jetzt im Beisein von Realschuldirektor Reinhard Welters und seiner Marianne offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde: eine eigene Krankenstation in Niumi Lamin. Denn der Fußweg ins nächste Hospital war für die Einwohner im Notfall gar nicht zu bewältigen, schon gar nicht in der Regenzeit.

30 000 Euro hat die Station gekostet, 8500 Euro davon stammen aus dem Sponsorenlauf, den die Realschule im vergangenen Jahr durchgeführt hat. Fünf Räume und sanitäre Einrichtungen stehen jetzt hier für die medizinische Behandlung der Einwohner zur Verfügung. Inventar wie Betten oder Rollstühle kamen aus dem Krankenhaus in Erkelenz oder von Gangelter Einrichtungen. Das Erkelenzer Krankenhaus stellte zudem ein Sterilisationsgerät zur Verfügung, das Heinsberger Krankenhaus eine Babywaage. Das Besondere an diesem Bau: Er ist „made in Afrika“, entstand allein mit vor Ort verfügbaren Materialien.

„Wir haben dieses Projekt ausgewählt, da der Verein seinen Sitz hier in der Nähe hat, die Mitglieder alle ehrenamtlich arbeiten und alles direkt vor Ort ankommt“, erklärt Welters. Überwältigt zeigt er sich nach der privat finanzierten Reise nach Gambia vor allem „von der Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit der Menschen, die in unseren Augen gar nichts besitzen.“ So erzählt er immer noch tief beeindruckt von der Fahrt mit dem Fischerboot oder von der Einladung in eine Familie: „Drei Steine, Holz drunter, Topf drauf, und von der großen Platte wurde dann gemeinsam mit der Hand gegessen.“

Geschenke im Gepäck

Unterstützt von Raiffeisenbank und Volksbank hatte Welters auch für die Vorschule und die Grundschule vor Ort Geschenke im Gepäck: Buntstifte und Plüschtiere sowie vor Ort frisch eingekauftes Obst für die Vorschulkinder, Unterrichtsmaterialien, zum Beispiel Bildkarten für den Englischunterricht, und Fußballtrikots für die Grundschulkinder. Klar, dass die sogleich anprobiert werden mussten…

Am kommenden Samstag wird Schulleiter Reinhard Welters während des Schulfestes, das von 11 bis 17 Uhr in der Realschule stattfindet, ausführlich über das Gambia-Projekt informieren.

Der Erkelenzer Verein sammelt derzeit weitere Spenden für die Wasserleitung und eine Solaranlage: Konto 7728728 bei der Deutschen Bank in Erkelenz (BLZ 31070024). Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.gambia-projekt.

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