Aachen/Heinsberg - Heinsberger Messerstecher muss achteinhalb Jahre hinter Gitter

Heinsberger Messerstecher muss achteinhalb Jahre hinter Gitter

Von: wos
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Aachen/Heinsberg. In einem dritten Verfahren vor einer Aachener Schwurgerichtskammer (Vorsitz Richter Roland Klösgen) wurde am Mittwoch der 41-jährige Jürgen G. zu achteinhalb Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt.

Der aus Kasachstan stammende und schwer alkoholabhängige G. hatte im Dezember 2010 einen 50-jährigen Trinkkumpanen aus dem Heinsberger Obdachlosenheim in dessen Unterkunft bestialisch getötet. Damals kam der nicht dort wohnende Täter nachmittags zu dem körperlich schmächtigen Heimbewohner, um mit diesem wie gewohnt zu trinken. Das als „Schotte“ bekannte Opfer galt als ruhig, fing aber ab und an auch durch Nörgeleien Streit an.

Anscheinend kam es an diesem Nachmittag zu Meinungsverschiedenheiten, in deren Folge Jürgen G. laut Erkenntnissen der damaligen 1. Schwurgerichtskammer völlig ausrastete, seinem Gegenüber zunächst die Zähne einschlug und ihn dann am Boden liegend tötete. Dort habe er dem Opfer 17 Messerstiche beigebracht – mit einer solchen Gewalt, dass eine Messerklinge abbrach, dann habe er einfach das nächste Küchenmesser genommen und weiter gemacht.

Die Kammer verurteilte den wegen geringer geistiger Fähigkeiten und wegen seiner Alkoholsucht nur vermindert schuldfähigen Mann 2011 wegen Mordes zu 13 Jahren Haft, er wurde in der Psychiatrie untergebracht.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil allerdings auf. Ein zweites Gericht verurteilte ihn dann wegen Totschlags zu siebeneinhalb Jahren Haft und einer weiter andauernden Einweisung in die Psychiatrie.

Der gestrige Urteilsspruch fiel demgegenüber wieder höher aus. Auch wegen Totschlags im Zustand verminderter Schuldfähigkeit soll G. jetzt achteinhalb Jahre sitzen, seine Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt bleibt bestehen.

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