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Heinsberger Krankenhaus: Neuer Chefarzt ist kein Unbekannter

Von: Rainer Herwartz
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Die Chirurgie ist sein Metier: Dr. Claus Cieslok, neuer Chefarzt im Heinsberger Krankenhaus, zeigt Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders einige Besonderheiten. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Er wird am Heinsberger Krankenhaus in große Fußstapfen treten, aber wer seinen Werdegang verfolgt und die Empfehlungen, die ihn begleiten, hegt keinen Zweifel daran, dass er sie ausfüllt. Die Abteilung Chirurgie des Städtischen Krankenhauses Heinsberg hat mit Dr. Claus Cieslok einen neuen Chefarzt.

Er folgt auf Dr. Ulrich Harmel, der nach 21 Jahren in den Ruhestand ging. Gemeinsam mit Dr. Nikolaos Mastragelopulos wird Cieslok die Abteilung im Kollegialsystem führen. Der neue Chefarzt ist für viele Patienten und Mitarbeiter in Heinsberg beileibe kein Unbekannter. Seine Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie absolvierte er nahezu vollständig in Heinsberg.

Im Leipzig der DDR-Zeit als Sohn eines Chirurgen und einer Allgemeinmedizinerin geboren, studierte der heute 45-Jährige an der medizinischen Akademie Plovdiv in Bulgarien. Mit 16 Jahren zog er daher schon zuhause aus und besuchte fortan die Arbeiter- und Bauernfakultät in Halle bis zum Abitur. Um im „befreundeten Ausland“ studieren zu können, sei dies der einzige Weg gewesen, erklärt Cieslok. Dass Bulgarien dabei herausgekommen sei, war dem Lospech geschuldet. „Ich wäre gerne nach Ungarn gegangen, weil das Land damals schon offener war.“ Wohl ebenso offen wie Cieslok selbst in seinem Berufswunsch. Denn dieser habe keineswegs zwangsläufig durch das Elternhaus im Arztkittel münden müssen. Ursprünglich spielte Cieslok nämlich mit dem Gedanken, Jagdflieger zu werden. Der Pferdefuß: er hätte sich dazu für 25 Jahre bei der Nationalen Volksarmee verpflichten müssen. Und das kam für den jungen Freigeist auf keinen Fall in Frage. „Alles andere als Medizin war zu der Zeit in der DDR politisch eingefärbt“, sagt Cieslok. Und so kam es, wie es wohl kommen musste.

Nach Bulgarien studierte er in Leipzig und nach dem Mauerfall in Düsseldorf, wo er ein Jahr nach seinem Abschluss promovierte. Seine erste Assistenzarztstelle trat der junge Mediziner an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Tübingen an bei dem bundesweit hochgeschätzten Unfallchirurgen Prof. Dr. Weller. Eine Station mit nachhaltiger Wirkung, wie sich später herausstellen sollte. „Wir wussten, wenn Professor Weller einen Assistenten nimmt, dann muss da was dran sein“, sagt der Heinsberger Krankenhaus-Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders. Ciesloks Vorgänger und Mentor Harmel hatte damals schon die Finger nach ihm ausgestreckt und den jungen Arzt erfolgreich nach Heinsberg gelockt. „SWR 3 kann bis Heinsberg empfangen werden, und da habe ich gedacht, dann kann ich auch dahin gehen. Bis dato kannte ich Heinsberg nur aus den Verkehrsmeldungen“, witzelt Cieslok.

Nach seiner ersten Zeit in Heinsberg qualifizierte er sich in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Duisburg und im Medizinischen Zentrum Städteregion Aachen in Würselen zusätzlich zum Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie. Daneben erwarb er die Anerkennung zum Führen der Zusatzbezeichnung „Spezielle Unfallchirurgie“.

Seit 1998 lebt der neue Chefarzt mit seiner Frau und mittlerweile drei Kindern in Wassenberg. Seine Ehefrau lernte er übrigens auch im Heinsberger Krankenhaus kennen. Sie arbeitet dort als Arzthelferin, was den sympathischen Arzt sogleich zu der munteren Bemerkung verleitet: „Zuhause bin ich Arzthelferinnenhelfer.“

Zu Ciesloks klinischen Schwerpunkten zählen alle Verletzungen des Bewegungsapparates, arthroskopische Eingriffe am Kniegelenk sowie arthroskopisch gestützte Kreuzbandersatzoperationen und Knochen-Knorpel-Transplantationen, Endoprothetik des Knie- und Hüftgelenks und der Schulter sowie Eingriffe an Hand und Fuß.

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