Hauptschule in Heinsberg trägt die Rote Laterne

Von: Rainer Herwartz
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Schulleiter Matthias Reinartz hofft auf Nachzügler. Foto: Herwartz
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Bürgermeister Wolfgang Dieder legt die Zahlen auf den Tisch. Foto: Herwartz

Heinsberg. Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch. Nachdem die in Oberbruch geplante Sekundarschule aufgrund des mangelnden Interesses in der Bevölkerung gescheitert war, hatten die Eltern noch bis zum Freitag letzter Woche die Gelegenheit, ihre Sprösslinge an einer anderen weiterführenden Schule anzumelden.

Wie Bürgermeister Wolfgang Dieder auf Nachfrage bestätigte, entfielen demnach auf die Realschule in Oberbruch 38, auf die dortige Hauptschule 19, auf die Realschule im Klevchen 148 und auf die Hauptschule an der Westpromenade sieben Anmeldungen. Rechnerisch würde somit die Realschule in Oberbruch zweizügig, die Hauptschule Oberbruch einzügig, die Realschule im Klevchen fünfzügig und die Hauptschule in der City ohne eine neue Klasse ins Schuljahr 2013/2014 starten.

Allerdings, so Dieder, bestehe noch die Möglichkeit, dass sich der eine oder andere umentscheidet“. Für die Realschule in Oberbruch, die wie die dortige Hauptschule durch die Sekundarschule ersetzt worden wäre, sehe es „nicht schlecht aus“, meint der Bürgermeister. Und selbst für die Hauptschule an der Westpromenade, die die rote Laterne trägt, sieht Dieder noch nicht schwarz. „Zur Hauptschule hier kann ich noch keine abschließende Auskunft geben. Erfahrungsgemäß gibt es bei den Anmeldungen in Hauptschulen immer noch Nachzügler, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch hier noch eine Klasse zustande kommt.“ Für die Zukunft müsse überlegt werden, ob es einer zusätzlichen Schule bedürfe und wenn ja, welche es sein soll, so Dieder. „Aber das ist eine Ratsentscheidung.“

Der Leiter der Heinsberger Hauptschule, Matthias Reinartz, möchte trotz der traurigen Anmeldebilanz die Flinte noch nicht ins Korn werfen. Er bestätigte in dem Zusammenhang Dieders Aussage über die Nachzügler bei den Hauptschulen, die es in jedem Jahr gebe. Die weiterführenden Schulen würden ihre Anmeldungen an die Grundschulen kommunizieren und dann stelle sich heraus, wer bislang vielleicht noch vergessen habe, sein Kind anzumelden. „Es kann sein, dass wir noch die fehlenden Schüler bekommen.“ Mindestens auf die Zahl 18 müsse die Heinsberger Hauptschule kommen, um wenigstens einzügig ins neue Schuljahr starten zu können.

Trotz dieses Hoffnungsschimmers gibt sich Reinartz keinen Illusionen hin. „Wie es weitergehen soll, wissen wir nicht. Auch die Lehrer sind total verunsichert.“ Im Grunde gebe es an beiden Heinsberger Hauptschulen viel zu wenig neue Schüler. „Vor rund fünf Jahren hatten wir an unserer Schule noch 100 Anmeldungen und sind fünfzügig gestartet.“ Viele Schüler aus Karken, Kempen und Kirchhoven seien mittlerweile jedoch nach Haaren abgewandert, wo nun aus der Verbundschule eine Sekundarschule entsteht. Auch die Gesamtschulen und die Realschulen seien inzwischen regelrechte Auffangbecken für Hauptschüler. „Es hat den Eindruck, dass an den Realschulen erstmal alles genommen wird.“ Und ein, zwei Jahre später landeten die Schüler dann dennoch auf der Hauptschule. Auch jetzt schon lägen wieder fünf Ummeldungen auf seinem Tisch.

Und wie sieht er die weitere Entwicklung seiner Schule? „Für die Lehrer würde ich mir wünschen, dass es weitergeht, aber ich bin realistisch.“ Den Job verlieren würden die 20 Kollegen allerdings nicht. Sollte es zu einer Fusion mit der Hauptschule in Oberbruch kommen, werde es wohl so sein, dass die Klassenlehrer mit ihren Klassen zusammen wechselten.

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