Erkelenz - „Harry und Sally“: das Kuddelmuddel ist nicht ganz das Wahre

„Harry und Sally“: das Kuddelmuddel ist nicht ganz das Wahre

Von: hl
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Erkelenz. Wieder war das Landestheater Dinkelsbühl am Mittwoch auf Einladung der Kultur GmbH zu Gast in der Stadthalle; diesmal mit der Beziehungskomödie „Harry und Sally“ von Nora Ephron. Die amerikanische Erfolgsautorin hat die Drehbücher geschrieben zu dem Film gleichen Namens und „Schlaflos in Seattle“. Die Bühnenfassung zu dem aktuellen Stück hat Marcy Kahan bearbeitet, der britischen Dramatiker; die Regie führte Peter Cahn, der auch für das Bühnenbild zuständig war.

Die Komödie beginnt mit Anstreicherarbeiten von Harry bei Sally und endet nach dreizehn Jahren mit der Heirat der beiden. Dazwischen liegt ein großes Durcheinander von Beziehungskrisen zwischen ihnen und verschiedenen Freundinnen und Freunden, so dass der Zuschauer schon mal den Überblick verlieren kann darüber, wer mit wem liiert ist oder sich wieder getrennt hat.

Zu den wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang gehört: „Wer schläft mit wem?“ Zweidreiviertel Stunden (mit Pause) dauerte dieses Kuddelmuddel, das bei den einen große Heiterkeit hervorrief auch an Stellen, bei denen nicht so ganz klar war, was es da zu lachen gab, andere aber dazu brachte, nach der Pause nicht mehr in der Halle zu erscheinen und stattdessen eine Kneipe aufzusuchen. Die Dialoge hatten meist Sex und seine verschiedenen Variationen und Mög-lichkeit zum Inhalt und variierten die These, dass zwischen Männern und Frauen keine wahre Freundschaft existieren könne, weil eben immer dieser Sex oder gar die Liebe dazwischen komme.

Höhepunkt im doppelten Sinne

So war dann auch der Höhepunkt (im doppelten Sinn) der ganzen Veranstaltung ein von Sally vorgespielter Orgasmus in einem Restaurant, das eine Frau am Nebentisch auf die Frage des Kellners, was sie denn bestellen wolle, mit Blick auf Sally zu der Antwort veranlasste: „Genau das, was sie hatte.“

Die ganze Geschichte, mit manchmal auch witzigen Dialogen, fand statt vor einem riesigen Foto von New York im Hintergrund, auf dem noch die vor elf Jahren zerstörten Twin Towers zu sehen waren. Im Laufe der Aufführung wurde die Bühne in dreizehn unterschiedliche Spielorte verwandelt. Manche Dialoge oder Schilderungen vergangener Ereignisse spielten sich ab in einer Wand mit gezeichneten Figuren und kreisrunden Ausschnitten, die an Attraktionen auf dem Jahrmarkt erinnerten.

Aktuelle oder auch themenbezogene Anknüpfungspunke wurden hergestellt etwa durch einen Hinweis auf die Sendung „Hart aber fair“ oder musikalische Einspielungen wie Walzer oder „As Time Goes By“ aus dem Film Casablanca.

Die Schauspieler, manche in Doppelrollen wie Julia Eckers, Bernd Erleb, Andreas Peteratzinger und allen voran Marina Kopp als Sally und Thorsten Engels als Harry meisterten ihre von klamaukigen Szenen durchzogenen Figuren sehr überzeugend und entschädigten weitgehend für einen nicht ganz gelungenen, aber doch mit viel Beifall bedachten Theaterabend.

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