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Gutachter streiten im Pier-Prozess

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Pier-Prozess BGH
Arnold Pier, der ehemalige Chefarzt und Besitzer der Wegberger Antoniusklinik, vor Gericht. Foto: Andreas Steindl

Mönchengladbach. Im Prozess um den Wegberger Klinik- Skandal hat ein vom Gericht bestellter Gutachter den Tod einer 76-jährigen Patientin als vermeidbar beurteilt.

Die Blutvergiftung, die der Frau zum Verhängnis geworden sei, wäre vermeidbar gewesen. Sie sei zudem falsch behandelt worden, sagte der Gutachter am Dienstag vor dem Mönchengladbacher Landgericht.

So habe Chefarzt Arnold Pier mit seinen elf Gewebeabtragungen an den offenen Beinen der Frau das Risiko einer Blutvergiftung noch erhöht. Mit Antibiotika seien die Blutwerte zwar verbessert worden, das Medikament sei dann aber plötzlich und viel zu früh abgesetzt worden. Das erneute Ansteigen der schlechten Werte sei dann lange unbemerkt geblieben, weil sie nicht fortlaufend kontrolliert worden seien. Als die Antibiotika-Behandlung wieder aufgenommen wurde, sei es zu spät gewesen.

Ein auf Wunsch der Verteidigung hinzugezogener anderer Gutachter bestritt diese Wertung: Die Todesursache der Frau sei nicht eindeutig zu klären. Sie könne auch an Altersschwäche gestorben sein. Der zweite Strafprozess um den Klinikskandal dauert bereits ein Jahr.

Das Urteil im ersten Prozess war im Dezember vom Bundesgerichtshof aufgehoben worden. Ex-Chefarzt Pier muss sich derzeit in einem zweiten Prozess wegen des Vorwurfs der Körperverletzung an 17 weiteren Patienten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, für den Tod von sieben Patienten und für zahlreiche weitere Fälle von Körperverletzung verantwortlich zu sein. Er habe aus Profitstreben seinen Patienten gesunde Organe entnommen und an teuren Medikamenten gespart, so die Anklage.
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