Grünpflege der Caritas-Werkstatt steht vor dem Aus

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Abteilung soll am 30. September aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden. 14 teilweise langjährige Mitarbeiter sind betroffen. Der Fair-Kauf-Bereich dagegen soll erhalten werden.

Die Grünpflege der gemeinnützigen Caritas-Werkstatt Schierwaldenrath steht vor dem Aus: Wie Gottfried Küppers, der Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Region Heinsberg und der Caritas-Werkstatt, am Dienstag auf Anfrage erklärte, müsse die in Gangelt-Schierwaldenrath ansässige Abteilung Garten- und Landschaftspflege aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation zum 30. September eingestellt werden

„Es ist sehr schmerzlich für uns, diesen Schritt gehen zu müssen“, so Küppers. „Besonders für die 14 Mitarbeiter, von denen fünf schwerbehindert sind, tut es uns sehr leid.“ Erhalten werden solle der Fair-Kauf-Bereich mit den beiden Häusern in Heinsberg und Übach-Palenberg sowie mit dem Möbellager. In diesem Bereich seien ebenfalls rund 15 Kräfte tätig.

1991 war die Caritas-Werkstatt vom Caritas-Verband als gemeinnützige Einrichtung für dauer- und langzeitarbeitslose Frauen und Männer gegründet worden. Sie sollte diesen Personen die Möglichkeit geben, sich (wieder) in den Arbeitsprozess einzugliedern und ihre Existenz durch eigene Arbeit zu sichern.

Dies hat der Bereich der Grünpflege dann auch jahrelang getan – in der Spitze mit bis zu 80 Mitarbeitern. Doch die Zeiten hätten sich verändert, erklärte der Geschäftsführer. Mittlerweile gebe es im Bereich der Garten- und Landschaftspflege einen vermehrten Wettbewerb um private, kommunale und gewerbliche Aufträge.

Durch diesen Wettbewerbsdruck seien die Leistungsanforderungen erheblich gestiegen, was gerade für diejenigen Mitarbeiter der Grünpflege mit einer geringen Qualifizierung eine zu hohe Anforderung darstelle.

Zudem sei die Konkurrenz wesentlich günstiger als die Caritas-Werkstatt als Wohlfahrtsunternehmen, das nach Tarifvertrag vergüte. „Diesem Wettbewerb können wir nicht mehr standhalten“, so Küppers. Gleichzeitig habe sich die Gewichtung verlagert.

Habe früher die Absicht im Vordergrund gestanden, die Mitarbeiter auf den Arbeitsmarkt zurückzuführen, so seien heute viele Mitarbeiter unbefristet beschäftigt. Aufgefangen hätten dies die Fördermaßnahmen durch das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit, die jedoch auch weggefallen seien.

„Wenn es keine Fördermaßnahmen mehr gibt, ist unsere Daseinsberechtigung ein Stück weit verschwunden“, räumte Küppers ein. Erhebliche Kürzungen der Mittel für Eingliederungshilfen für arbeitslose Menschen hatten 2011 auch zur Schließung des fünf Jahre zuvor eröffneten Bildungszentrums der Caritas-Werkstatt in Heinsberg geführt.

Die Personalkosten der nun betroffenen Abteilung ließen sich laut Küppers in der Regel nicht am Markt erwirtschaften. Die Größenordnung der Defizite mache die Schließung unumgänglich: „Wir gehen davon aus, wenn wir uns die letzten Jahre anschauen, dass sich perspektivisch die wirtschaftliche Situation nicht verbessern wird.“

Weder die Caritas-Werkstatt noch der Caritasverband seien in der Lage, dauerhaft das Defizit aufzufangen oder zu übernehmen.

Viel Wehmut sei mit diesem Schritt für alle verbunden, besonders für die Mitarbeiter, die zum Teil über 20 Jahre der Abteilung Garten- und Landschaftspflege die Treue gehalten hätten.

„Wir hoffen dennoch, dass es uns bei dem ein oder anderen gelingt, ihn in einen anderen Betrieb in der Region vermitteln zu können“, sagte Küppers. Einige hätten dank guter Ausbildung auch durchaus gute Chancen. In den nächsten Wochen stünden Gespräche an, allerdings würden auch die ersten Kündigungen ausgesprochen.

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