Grüner Hahn als Zeichen für Umweltengagement

Von: mabie
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Der Grüne Hahn steht beim Kirchenkreis Jülich für das frisch gewachsene Umweltbewusstsein: Mitweltbeauftragter Hans Stenzel, Klaus-Dieter Koss, Manfred Rose vom Geilenkirchener Presbyterium, Lothar Kötz von der Gemeinde Gangelt, Selfkant und Waldfeucht und Heinsbergs neuer Pfarrer Martin Jordan (v. l. n. r.). Foto: Markus Bienwald
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Manfred Rose ließ einen Blick auf das 2008 im Geilenkirchener Gemeindezentrum installierte Blockheizkraftwerk zu. Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. Es sind manchmal nur die kleinen Dinge, die einen Anfang machen und für ein Umdenken sorgen. „Wir hatten zum Beispiel einen Energieberater in unserer Kirche in Bocket, der fragte uns, ob die Isolierfenster leicht zu öffnen sind“, erzählt Lothar Kötz von der Evangelischen Kirchengemeinde Gangelt, Selfkant und Waldfeucht.

Die Antwort lautete: „Ja!“ Prompt kam die Reaktion vom Energieberater. „Dann lassen Sie die Fenster richtig einstellen, so haben Sie im Handumdrehen fünf Prozent Energiekosten eingespart!“ Dieses Beispiel aus der Praxis des seit 18 Monaten laufenden Projekts „Grüner Hahn“ der Evangelischen Kirchengemeinden nicht nur vor Ort, sondern im gesamten Rheinland, zeigt den umfassenden und nachhaltigen Ansatz anhand kleinerer Maßnahmen.

Drei Ziele

Im Kreis Heinsberg sind es vor allem die Gemeinden Gangelt, Geilenkirchen und Übach-Palenberg, die das Umweltmanagement mit einem ständig einheitlich kontrollierten Verbrauch an Energie und sonstigen Ressourcen sowie transparenter Öffentlichkeitsarbeit bündeln. Was in Bocket mit den ersten Sanierungsschritten 1981 begann und mit dem Einstellen der Fenster vorläufig endete, zieht sich nun systematisch erfasst durch alle Gemeinden. „Es geht uns in unseren Gemeinden um drei Ziele: Nachhaltiger Umgang mit Energie, effiziente Energienutzung und eine messbare Entlastung der Umwelt“, berichtete Hans Stenzel als Mitweltbeauftragter des Kirchenkreises Jülich bei der Projektvorstellung im Geilenkirchener Gemeindehaus.

Blockheizkraftwerk

Am Ort bietet sich beispielsweise mit dem 2008 installierten Blockheizkraftwerk (BHKW) und den vielfältigen Dämm- und Sanierungsmaßnahmen an den zur Gemeinde gehörenden Gebäuden ein schönes Beispiel dafür, wie sich der Umweltgedanke in messbare Ergebnisse umsetzen lässt. „Wir haben beispielsweise 54 Prozent des zu beziehenden Stroms eingespart, können in Zeiten niedriger Last sogar Energie in das Netz einspeisen“, weiß Manfred Rose vom Geilenkirchener Presbyterium. Damit einher gingen eine gemittelte Einsparung von 19 Prozent Kohlendioxid-Ausstoß und ein immerhin um fünf Prozent reduzierter Wärmeverbrauch.

Alles findet in der ganzheitlichen Umweltbetrachtung seinen Niederschlag: Wasserverbrauch, Energieverbrauch und auch das Abfallverhalten. „So schauen wir beispielsweise auch, welche Mittel auf den Friedhöfen oder beim Reinigen der Gebäude eingesetzt werden“, sagt Klaus-Dieter Koss, der die EDV-unterstützte Verarbeitung der Daten auf einheitlicher Basis in der Arbeitsgruppe betreut.

„Natürlich haben wir das bisher auch schon gemacht, sind aber durch die Vereinheitlichung in der Lage, das Ganze übertragbar zu machen“, schloss er.

Passivhaus-Kirche

Pfarrer Martin Jordan von der Evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg freut sich mit Blick auf die frisch sanierten Passivhaus-Kirche in Heinsberg über sichtbare Umsetzungen auch in alten Gebäudebeständen. „Wir haben dort eine Energieeinsparung von 96,4 Prozent gegenüber früher“, so Jordan. Er selbst ist zwar erst seit zwei Wochen in Heinsberg, freut sich aber schon jetzt – „stellvertretend“, wie er sagt – über das Ergebnis, das als Referenzobjekt für den gesamten Kirchenkreis gelten darf. „Und mit einer Träne im Auge blickte ich auch auf die in dieser Hinsicht verpassten Chancen in meiner früheren Gemeinde in Trier, wo ich 14 Jahre lang Pfarrer war“, unterstrich er abschließend.

Der Kirchenkreis Jülich geht in diesem Reigen, der im Jahr 2014 eine Zertifizierung nach dem europäisch anerkannten Gütezeichen „EMAS“ (Eco-Management and Audit Scheme) nach sich ziehen soll, natürlich mit gutem Beispiel voran.

Der einstimmig gefasste Beschluss zum Neubau der Verwaltungszentrale in Jülich beinhaltete ausdrücklich, dass das neue Gebäude nach Energierichtlinien gebaut werden solle, die auch im Jahr 2030 noch Bestand haben. „Das ist Teil der Leistungsbeschreibung, die zum Beispiel auch die Umsetzung einer in die Fassade integrierten Fotovoltaikanlage beinhaltet“, erklärt Hans Stenzel.

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