Großer Bahnhof auf dem Nato-Flughafen

Von: Georg Schmitz
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Zurück aus dem Einsatz über Libyen: Die Teverener Awacs-Crew ist am Dienstanachmittag nach erfolgreicher Mission mit militärischen Ehren auf der Heimatbasis empfangen worden. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Großer Bahnhof und eben so großes Medien-Interesse auf dem Nato-Flughafen in Geilenkirchen-Teveren: Nach dem Ende des Libyen-Einsatzes sind an Allerheiligen die letzten 40 Soldaten zur Airbase zurückgekehrt.

Direkt nach dem zweieinhalbstündigen Flug vom Flugplatz Trapani/Italien wurden die Männer vom eigens aus dem Hauptquartier in Mons/Belgien angereisten Kommandeur der Awacs-Flotte, Generalmajor Stephen D. Schmidt, und dem Kommandeur des Nato E-3A Verbandes Geilenkirchen, Brigadegeneral Burkhard Pototzky sowie dem amerikanischen Oberst Gregory C. Clarke nach der Landung auf dem Rollfeld begrüßt.

Die siebenmonatige „Operation Unified Protector”, die am 31. März begonnen hatte, war die erste gemeinsame Einsatzmission der Nato-Verbände aus Geilenkirchen (E-3A) und Waddington/Großbritannien (E-3D) überhaupt. Im 6-stündigen Wechsel mit den Awacs-Verbänden aus den USA und Frankreich überwachten beide Einheiten den Luftraum über Libyen.

Die beiden Nato-Maschinen aus Geilenkirchen waren auch die letzten Awacs-Flugzeuge, die am 31. Oktober im Rahmen der Operation Unified Protector einen Einsatzauftrag erfüllten. „Ohne Unterstützung der Nato-Verbände wäre die Mission so nicht möglich gewesen”, betonten sowohl Schmidt als auch Pototzky.

Die Awacs-Boeings hätten alle Flugzeuge und auch viele Schiffe kontrolliert, wobei sich die meisten Aktivitäten entlang der Küste, viele davon auch in der Nacht abgespielt hätten. Die Flugzeuge mit dem markanten Radar-Pilz (Rotodom) auf dem Rücken und der einzigartigen Fähigkeit als luftgestütztes Frühwarn- und Leitsystem werden als fliegende Kommandozentralen eingesetzt.

Über hochmoderne und leistungsfähige Datenverbindungen konnten Informationen sowohl an andere Flugzeuge als auch an im Mittelmeer eingesetzte Schiffe weiter gegeben werden. Stationiert waren die Awacs-Flugzeuge während der Operation auf dem vorgeschobenen Einsatzflughafen Trapani in Sizilien.

Die letzten beiden Awacs-Crews landeten nach zehn Tagen Einsatzdauer am Dienstagnachmittag mit zwei Flugzeugen gegen 15 Uhr kurz hintereinander in Teveren. Die 40-köpfige Besatzung setzte sich aus acht verschiedenen Nationalitäten zusammen, allerdings ohne deutsche Beteiligung, weil das Mandat des Bundestags fehlte.

„Es ist ein großer Tag für uns, denn wir haben eine komplette Mission in gegebener Zeit hinter uns gebracht”, dankte Brigadegeneral Burkhard Pototzky den Soldaten und freute sich, dass alle wieder gesund zu Hause angekommen sind. „Ihre Arbeit und Ihr Engagement während der letzten sieben Monate haben unsere Verlegefähigkeit und Durchhaltefähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt”, sagte der Kommandeur des Nato E-3A Verbandes weiter.

Auch hätten die Männer des Verbandes dazu beigetragen, dass Operation Unified Protector zum Schutze der Bevölkerung Libyens als eine der erfolgreichsten Einsatzmissionen in die Nato-Geschichte eingehen werde. Der Brigadegeneral betonte den Beitrag des Nato E-3A Verbandes zum Erfolg der Operation, insbesondere bei der Durchsetzung der Flugverbotszone und des Waffenembargos im Auftrag der Vereinten Nationen.

„Awacs ist ein Paradebeispiel für die Nato und für unsere Fähigkeit, die Freiheit auf der Welt zu verteidigen”, so Pototzky. Außerdem habe der Libyen-Einsatz die Aufgaben der Awacs-Flotte weltweit in den Fokus gerückt. Der Kommandeur konnte mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: Zwischen Ende März und Ende Oktober 2011 waren die E-3A aus Geilenkirchen 247 mal im Einsatz, in der Summe kamen 2125 Flugstunden zusammen.

Generalmajor Stephen D. Schmidt überbrachte die Grüße von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, der ausdrücklich den Erfolg von Awacs bei der Mission heraus gestellt habe. Schmidt richtete seinen Dank auch an die Familienangehörigen, deren Unterstützung den Soldaten Rückhalt gegeben habe. Die Ehefrauen und Kinder waren es dann auch, die wenige Minuten nach der Landung ihre Männer, beziehungsweise Väter vor Hangar IV in die Arme schließen konnten.
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