Grandioses Abschlusskonzert: Vom Gospel über den Jazz bis zur Romantik

Von: hl
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Am Ende des Abschlusskonzertes des Posaunenwerkes der Evangelischen Kirche im Rheinland in der evangelichen Kirche an der Haagstraße in Hückelhoven gab es Standing Ovations. Foto: Christa Stenzel

Hückelhoven. „Großer Gott, wir loben dich“, so könnte man inhaltlich die Vesper beschreiben, die in der evangelischen Kirche in der Haagstraße zum Abschluss des Workshops des Posaunenwerkes der Evangelischen Kirche Rhein-land stattfand. Etwa 90 Bläserinnen und Bläser hatten unter der Leitung des renommierten Komponisten Helmut Lammel ein Programm erarbeitet, das am Ende die Besucher in der Kirche mit Standing Ovations würdigten.

Dieser Workshop findet traditionell jedes Jahr in einer anderen Gemeinde statt, um die Lust auf die verschiedensten Stile und das Interesse an Netzwerken zu wecken. Und diese Ziele wurden sicherlich erreicht, was zu großen Teilen auch dem Dirigenten zu verdanken war, dessen Begeisterung sowohl für die Musik als auch zu Texten der Kirchenlieder sich auf die Musiker übertrug.

Bei einem Posaunenchor, vor allem, wenn er in dieser Stärke zu hören war, fällt es sicher schwer von piano oder gar pianissimo zu sprechen, Aber Lammel verstand es, variationsreich und sensibel gegenüber den Aussagen der Liedtexte den Posaunenchor zu ausgezeichneten Leistungen zu führen. Dabei kam bei den Zuhörern besonders gut an, dass nicht nur Musik einer bestimmten Stilform zu hören war, sondern ein breit gefächertes musikalisches Angebot, in dem sowohl die Romantik vorkam als auch Gospel, Jazz und Pop. Manchmal hatten die Bläserinnen und Bläser durchaus das Format einer Big Band.

Und Johann Sebastian Bach war schon einmal herauszuhören. Die einzelnen Stücke bezogen sich auf traditionelle Vorgaben und auf Bearbeitungen des Dirigenten, der auch die eine oder andere eigene Komposition beigesteuert hatte. Sehr schön waren auch die Solotrompeten, die für manches Stück – wenn man das überhaupt so sagen kann – das Tüpfelchen auf dem i waren.

So war die Vesper insgesamt sehr abwechslungsreich und spannend. Langeweile kam erst gar nicht auf. Auch die Besucher konnten ab und zu mitsingen. Und es waren auch nicht immer nur Posaunen und andere Instrumente zu hören: Zwei Bläserinnen sangen mit großer Hingabe ein kindliches Vaterunser. Besonders angetan waren die Zuhörer vom jazzigen „When the saints go marching in“. Und vielleicht hat sich manch einer gewünscht, am Tag des Jüngsten Gerichtes zu den Auserwählten zu gehören.

Zwischen einzelnen Musikstücken trug Pfarrerin Irene Schlawin Texte vor, die zur Besinnung und Meditation anregten, so ein Gebet von Antoine des Saint Exupéry, in dem es um die „Wunder des Alltags“ geht, die Geschichte von einer Schnecke, die sehr langsam, aber am Ende doch zu den reifen Kirschen kommt, und eine Mahnung des Propheten Jeremia: „Fragt, wo der Weg zum Guten liegt; geht auf ihm, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“ Frau Schlawin danke auch dem Posaunenchor und dessen Dirigenten mit kleinen Präsenten und hob hervor, dass die Posaunenchöre zu den Schätzen der Evangelischen Kirche gehörten.

Ganz zum Schluss erklang das „We shall overcome“ des kürzlich verstorbenen Pete Seegers, das von den Anwesenden geradezu ergriffen mitgesungen wurde.

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