Heinsberg - Graffiti-Workshop mit Diplom-Designer

Graffiti-Workshop mit Diplom-Designer

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
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Im Jugendcafé Loony Day an der Hochstraße startet am kommenden Samstag wieder ein Graffiti-Workshop.

Heinsberg. Der Mann hat ganz offenbar die Erfahrung, die man einfach braucht: „Ich bin seit 1995 aktiver Sprüher und habe durch Graffiti und die ,Roots of Hip-Hop‘ meinen ganz persönlichen Weg in die Gesellschaft gefunden“, sagt er. Er, das ist Andreas Valiotis und er leitet einen Graffiti-Workshop.

Also ein Treffen von jungen Leuten zwischen 14 und 20 Jahren, die ihren ganz persönlichen „Fingerabdruck“ gerne mit der Dose in der Hand auf Wände sprühen. Der Workshop, den der 33 Jahre alte Diplom-Designer Andreas Valiotis als künstlerischer Leiter betreut, findet im Jugendcafé Loony Day an der Hochstraße statt und ist Teil der Offenen Jugendarbeit der Stadt Heinsberg.

Das Café ist nach der Schließung der beiden kirchlichen Jugendheime Arche und Brücke die Einrichtung der Offenen Jugendarbeit in der Stadt. Es wird von den beiden großen Kirchen getragen und von der Stadt Heinsberg finanziell unterstützt – „gelebte Ökumene“ nennt das Peter Maaßen, der beim Jugendamt der Stadt so etwas wie das Mädchen für alles ist. An vier Samstagen sollen die jungen Leute dort Grundlagen und Methoden der Graffiti-Kunst und auch den verantwortungsvollen Umgang mit Graffiti erlernen.

Kann denn die Beschäftigung mit Kunst überhaupt Ansatz für eine Erfolg versprechende Arbeit mit Jugendlichen sein, die mit Kunst in der Regel nicht viel am Hut haben? „Jede Form von Kunst ist ein gutes Medium für erfolgversprechende Jugendarbeit“, sagt Valiotis.

Die Form der Kunst, die man den Jugendlichen anbietet, sollte allerdings den Puls der Zeit atmen: „Graffiti und Hip-Hop bieten viele kreative Ausdrucksmöglichkeiten. Beides sind zeitgemäße Ausdrucksmöglichkeiten, obwohl sie bereits seit mehr als 30 Jahren in Europa existieren.“

Seit 18 Jahren, sagt Valiotis („Ich bin durch und durch Gestalter, Graffiti-Künstler und Designer, der sein Wissen gern mit anderen teilt“), sei Graffitikunst Teil seines Lebens. Er habe zwar als Jugendlicher selbst nie einen Workshop besucht, hatte aber mit steigender Erfahrung immer mehr das Bedürfnis, seine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Und Workshops in Aachen, Düren, Krefeld und vor allem in Hückelhoven gegeben. „In Heinsberg war das Interesse daran damals recht gering“, erinnert Valiotis. Auch deshalb habe er jetzt sofort zugegriffen, als er von dem Vorhaben im Jugendcafé Loony Day hörte.

Sicher ist eine Absicht des Workshops, das wilde Beschmieren von Häuserwänden in geordnete Bahnen zu lenken. Sind denn wilde Graffitis in Heinsberg ein Problem? Der Künstler antwortet darauf diplomatisch: „Problem ist ein relativer Ausdruck. Wie viel Schaden muss denn entstehen, um von Problemen zu reden? Ich würde eher generell sagen, dass Graffiti zum Problem werden kann, wenn junge Leute gerne Graffiti malen würden und keine legalen Flächen existieren und in der Phase der Persönlichkeitsbildung das illegale Malen kultiviert wird.“

Wer Graffitis mit künstlerischem Anspruch statt mit Adrenalin verbinden möchte: Am Samstag, 9. März, von 11 bis 17 Uhr startet wieder ein Graffiti-Workshop im Jugendcafé Loony Day an der Hochstraße 168 in Heinsberg.

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