Erkelenz - „Götter wie Du und ich”: Beim Lachen und nachdenken

„Götter wie Du und ich”: Beim Lachen und nachdenken

Von: hewi
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Das Oberstufentheater des Cusa
Das Oberstufentheater des Cusanus Gymnasiums Erkelenz inszenierte „Götter wie Du und ich - eine olympische Komödie”. Foto: Koenigs

Erkelenz. Um „Götter wie Du und Ich” ging es beim Oberstufentheater am Cusanus-Gymnasium. An drei Abenden bekamen die Zuschauer eine spritzige und ebenso kritische Komödie geboten, die neben ausgiebigen Gründen für Lacher auch reichlich Stoff zum Nachdenken bot.

Zur Handlung: Im Olymp hocken die Götter zusammen und sinnieren darüber, wie sie es wohl anstellen könnten, dass sie wieder in den Köpfen der Menschen Platz finden. Den Kontakt zur Welt scheinen sie schon vor einiger Zeit verloren zu haben, zumal Göttervater Zeus auch noch schwerhörig geworden ist und in alten Erinnerungen schwelgt.

Dass der Weg in die Köpfe der Menschen über die Mattscheibe führt, haben die Bewohner des Olymps auf jeden Fall schon verstanden - zumindest teilweise. Auf die rettende Idee „Wir müssen ins Fernsehen!” kommt prompt die Frage „Passen wir denn da alle rein?” Nachdem das geklärt ist, wird in der Medienmogulin Ricarda Binger eine geeignete Helferin ausgemacht, die den Göttern den Weg ins Fernsehen ebnen soll. Einziger Schönheitsfehler: Die Gute steht auf Asen, also die germanischen Gegenstücke zu den olympischen Nervensägen.

So schlägt der Götterbote Hermes ihr eine kleine Wette vor, bei der eine idealistische Dokumentarfilmerin eine wichtige Rolle spielt. Sie will das Fähnlein der Bildung in der bunten Medienwelt der Monopolistin hochhalten und vor allem sich selbst vor einem Dasein als Assistentin der bösen Binger im Dirndl retten. Das droht ihr nämlich, wenn sie nicht innerhalb einer Woche einen Film im Olymp zustandebekommt. Dort wird es ihr nicht leicht gemacht, denn die Götter sind nur allzu menschlich: intrigant, nachtragend und auch stellenweise bösartig. Dazu kommen Liebe und Eifersucht, die die Fronten ordentlich vernebeln und das Projekt beinahe scheitern lassen. So hat Jenny im „kackverlotterten Olymp” alle Hände voll zu tun mit den Göttern und ihren Marotten. Letztendlich können sie mit vereinten Kräften aber doch triumphieren.

Das Stück stammt aus der Feder von Berliner Gymnasiasten, die es 2007 im Rahmen eines Schulprojektes zusammen mit der Autorin Beate Haeckl entwickelt hatten. Dass die Dialoge von Schülern erdacht worden waren, bemerkte man schnell. „Mögest du im Tantarus leiden - und dich verpissen!”, schleuderte zum Beispiel der Götterbote Hermes (Johannes Lahey) dem abtrünnigen Florian (Kyra Finsterer) entgegen, nachdem der sich von der Dokumentarfilmerin Jenny abgewendet hatte.

Die Jenny wurde bei den drei Vorstellungen abwechselnd von Alina Moulen und Melina Dohmen verkörpert. Ebenfalls doppelt besetzt waren Göttervater Zeus (Jan Ophüls und David Steike), seine zanksüchtige Gattin Hera (Jana Weckauf und Sophia Poß) sowie die „germanengeile Tusse” und Gegenspielerin der Götter Ricarda Binger (Lana Nuth und Isabel Mandel).

Unter der Leitung von Verena Stauch und Boris Mischnik waren die rund 60 Literaturschüler seit September zugange, um das temporeiche Stück auf die Bühne zu bringen.

Unterstützt wurden die Schüler auch wieder von Susanne Lenzen-Hoffmann, die sich um die Maske und Kostüme kümmerte, sowie Ludger Bücken, der sich mit seinen Schülern für Bühne, Ton und Licht und vor allem für die dudelnde griechische Restaurantmusik in den Pausen zwischen den Akten verantwortlich zeichnete.
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