Heinsberg-Oberbruch - Gemeinschafts-Kunstausstellung: Hommage an vergangene Industriekultur

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Gemeinschafts-Kunstausstellung: Hommage an vergangene Industriekultur

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Ab dem 16. Mai ist die Gemeinschaftsausstellung im BizzPark zu sehen. Auf die Besucher wartet dann auch diese Skulptur mit dem Namen „Amazone Rider in the Storm“.

Heinsberg-Oberbruch. Die Gemeinschaftsausstellung der Malerin Ruth Schulmeyer, der Fotografin Birgit Merle und des niederländischen Bildhauers Leo Horbach ist eine Hommage an vergangene Architektur- und Industriekultur. Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Dokumentation des BizzParks, in dem 2013 mit dem Abriss alter Industriehallen begonnen wurde, um Platz für Neubauten zu schaffen.

Die Gebäude stammen aus der Gründungszeit der Glanzstoffchemiefabrik durch Eduard Boos und Max Fremery um 1890. Einen Kontrast dazu bilden Zeugnisse der tiefen Spuren, die die Zeit in der „Verbotenen Stadt Wünsdorf“ hinterlassen hat. In der einst wichtigsten sowjetischen Militäranlage lebten zwischen 1945 und 1994 bis zu 75 000 Männer, Frauen und Kinder. Für die Menschen in der DDR war das Areal im Herzen Brandenburgs Sperrgebiet. Seit 1994 ist die menschenleere Garnisonsstadt der Zeit, der Natur und sich selbst überlassen.

Der morbide Verfall, der beide Stätten verbindet, inspirierte die Künstlerinnen Ruth Schulmeyer und Birgit Merle, sich den Spuren der Zeit zu nähern. 2010 formierten sie sich zur Künstlergruppe „Kokett“ und zeigen inzwischen ihre fünfte gemeinsame Ausstellung. Birgit Merle, Fotografin aus Wegberg, möchte mit ihren Fotografien dem Betrachtenden die nicht beachteten Details, den Reiz eines veränderten Blickwinkels oder eines extremen Ausschnitts zugänglich machen. „Dabei bildet“, so sagt sie, „Zeit die Konstante, die Architektur, Natur oder Menschen verwandelt“. Dem abstrakten Moment gibt sie in ihren Fotografien eine Dauer und bewahrt ihn so für die Zukunft.

Ruth Schulmeyer, Malerin aus Hückelhoven, ließ sich bei den Arbeiten für diese Ausstellung vom Kampf zwischen Objekthaftigkeit und Illusionismus leiten. Durch das Spiel mit verschiedenen Stilrichtungen wechselte sich dabei die Einfachheit des Verstehens mit der intensiven Erarbeitung der Bildaussage ab. Dieses inspirierte sie, ungewöhnliche Materialien wie Sumpfkalk, Acrylfarbe, Dachlack, Beize, Pappmaché und Holzleim einzusetzen, um sich dem Thema zu nähern. Der besondere Spannungsbogen dieser Ausstellung wird durch den Kontrast zu den Skulpturen Leo Horbachs aufgebaut. Die Werke des niederländischen Künstlers sind in ihrer Formensprache überwiegend figurativ mit einer Neigung zur Abstraktion und Verspieltheit. Jede Skulptur hat einen einmaligen Charakter. So erschafft er aus Natursteinen Neues und Unerwartetes und steht damit in krassem Gegensatz zu dem morbide Verfallenem, das durch die beiden Künstlerinnen interpretiert wird.

Die Vernissage findet statt am Freitag, 16. Mai, von 18 bis 21 Uhr. Danach ist die Ausstellung im BizzPark, Tor 1, Boos-Fremery-Str 62 in Heinsberg-Oberbruch, noch bis zum 31. Mai immer samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Die Finissage (mit Auktion) ist für Sonntag, 1. Juni, in der Zeit von 14 bis 22 Uhr geplant. Weitere Informationen unter: www.kokett-art.de.

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