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Gemeinsames Lernen: Streit um Größe der Klassen

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg. Rundum zufrieden schien mit der Regelung niemand zu sein. Die Größe der Eingangsklassen an den Heinsberger Grundschulen, in denen Kinder mit und ohne Behinderung unterrichtet werden, soll im kommenden Schuljahr bei 25 Schülern liegen.

Das sind zwei mehr, als man eigentlich für solche Klassen vorgesehen hatte. Beschlossen wurde die Regelung trotzdem. Die SPD boykottierte die Abstimmung im Schul- und Kulturausschuss allerdings.

Hintergrund des Streits ist ein Ratsbeschluss aus dem Jahr 2013. Damals hatte sich die Politik darauf geeinigt, für Grundschulen mit einem hohen Migrantenanteil oder Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Größe der Eingangsklassen möglichst auf 23 Schüler zu begrenzen. Gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung gibt es an den Grundschulen in Heinsberg, Oberbruch und Kirchhoven. Dass die Klassengröße an solchen Schulen auf 25 erhöht werde, sehe sie CDU mit Sorge, sagte Guido Rütten. „Wir können dieser Regelung nur ausnahmsweise zustimmen“, sagte er. Ähnlich äußerte sich auch Willi Mispelbaum (Grüne).

Friedbert Görtz, Leiter des städtischen Schul-, Kultur- und Sportamtes, erklärte, dass man abwägen müsse: Bildet man Klassen mit 23 Kindern, wird man den Schülern zwar eher gerecht, stößt aber Eltern vor den Kopf, deren Kinder abgewiesen werden und unter Umständen eine Schule in einem anderen Ortsteil besuchen müssen.

Nun hätten die SPD-Mitglieder im Ausschuss völlig anders abgewogen als die Verwaltung. Sie kritisierten die Entscheidung, 25 Kinder große Klassen an Schulen mit gemeinsamem Unterricht einzurichten. Die sachkundige Bürgerin Nina Handanovic fragte, ob man durch diese Regelung langfristig nicht vielmehr die Kinder vor den Kopf stoße, die die größeren Klassen besuchen. Und sie stellte die Frage in den Raum: „Was bedeutet das für die Lehrer?“

Die SPD-Fraktion vertrat gar die Ansicht, dass es gegen „geltende Vorschriften und Gepflogenheiten verstößt“, die Eingangsklassen auf 25 Schüler zu vergrößern. Brigitte Voßenkaul (SPD) sah darin einen Widerspruch zum Ratsbeschluss aus dem Jahr 2013. Nur der Rat und nicht der Schul- und Kulturausschuss könne beschließen, dass nun Eingangsklassen mit 25 Schülern an Grundschulen mit hohem Migrantenanteil oder Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf gebildet werden, sagte sie.

Voßenkaul sagte, dass die CDU sich damals energisch für die 23-Schüler-Grenze eingesetzt hatte: „Nun passt Ihnen die Festschreibung nicht mehr ins Konzept, und es wird sofort eine Änderung der Schülerzahlen für diese besonderen Fälle vorgesehen“, sagte sie. Die SPD behielt sich vor, den Beschluss von der Kommunalaufsicht prüfen zu lassen.

Bürgermeister Wolfgang Dieder (CDU) widersprach der Sicht der SPD. Weil die Klassen „möglichst“ auf 23 Schüler begrenzt werden sollten, könne der Ausschuss nun auch beschließen, ausnahmsweise 25 Kinder zuzulassen.

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